Meyer, L., L. Du Preez, E. Bonneau, L. Heritier, M. F. Quintana, A. Valdeon, A. Sadaoui, N. Kechemir-Issad, C. Palacios & O. Verneau (2015): Parasite host-switching from the invasive American red-eared slider, Trachemys scripta elegans, to the native Mediterranean pond turtle, Mauremys leprosa, in natural environments. – Aquatic Invasions 10(1): 79-91.

Der Wirtswechsel eines Parasiten von der invasiven Rotwangen-Schmuckschildkröte, Trachemys scripta elegans in die einheimische mediterrane Bachschildkröte, Mauremys leprosa in ihrer natürlichen Umgebung.

DOI: 10.3391/ai.2015.10.1.08

 Chrysemys picta – © Hans-Juergen Bidmon
Zierschildkröte, Chrysemys picta
© Hans-Juergen-Bidmon

Die Rotwangenschmuckschildkröte, Trachemys scripta elegans gehört zu den am meisten ausgebeuteten und verbreiteten Tieren die immer noch in mit hohen jährlichen Exportraten von den USA aus in die ganze Welt exportiert wird. Wenn sie erst einmal in ihre neue Umwelt eingeführt wurde bildet sie wachsende wilde Populationen die eine Gefahr für die einheimische Biodiversität und die Ökosystemfunktionalität darstellen. In Frankreich wird sie als Risikofaktor für die mediterrane Bachschildkröte, Mauremys leprosa und die Europäische Sumpfschildkröte, Emys orbicularis eingestuft, da sie mit diesen um die Ressourcen und die Habitate konkurriert. Süßwasserschildkröten sind Wirtstiere für eine Vielzahl von Parasiten, einschließlich der Protozoen und Helminthen. Wenn es dazu kommt, dass eingeführte Schildkröten entweichen könnten diese Parasiten ebenfalls die einheimischen Arten infizieren. Das Ziel dieser Studie war es das Ausmaß der Helmitheninvasion von T. s. elegans aus auf einheimische wildlebende M. leprosa–Populationen in Nordspanien und Südfrankreich zu untersuchen und das Risiko abzuschätzen welches von diesen parasitischen Wirtswechsel für die einheimischen Süßwasserschildkrötenarten ausgeht. Die DNS–Barcode–Erfassung basierend auf der Sequenzierung des Cytochrom C-Oxidase I –Gens und anhand des Bayesian–Stammbaum und den P-Distanzvergleichen nahe verwandter Haplotypen zeigte eine höhere Vielfalt an polystomen Parasiten für M. leprosa als man erwarten würde. Letzteres legt nahe, dass es zu Wirtswechseln in den natürlichen Lebensräumen kommt. Die festgestellten Parasiten infizieren meistens amerikanische Süßwasserschildkröten wie Chrysemys picta marginata und Graptemys pseudogeographica innerhalb ihres natürlichen Verbreitungsgebiets und diese Parasiten wurden auch in verwilderten T. s. elegans – Populationen nachgewiesen. Deshalb vermuten wir, dass die Rotwangenschmuckschildkröte als Überträger für diese nicht ganz wirtsspezifischen Polystomen fungiert und diese auf M. leprosa innerhalb Südfrankreichs überträgt. Daher stellt der globale Handel mit Süßwasserschildkröten eine Möglichkeit für die Parasiten dar mit der sie in neue Lebensräume transportiert werden was letztendlich die Physiologie, das Verhalten und die Überlebensfähigkeit der natürlich vorkommenden einheimischen Arten beeinflusst.

Kommentar von H.-J. Bidmon

Siehe dazu Kommentar zu Iglesias et al., 2014.

Literatur

Iglesias, R., J. M. García-Estévez, C. Ayres, A. Acuña & A. Cordero-Rivera (2015): First reported outbreak of severe spirorchiidiasis in Emys orbicularis, probably resulting from a parasite spillover event. – Diseases of Aquatic Organisms 113(1): 75–80 oder Abstract-Archiv.

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