Mali, I., F. W. Weckerly, T. R. Simpson & M. R. J. Forstner (2016): Small Scale-High Resolution Terrestrial Activity of Trachemys scripta elegans, Harvest Intensity, and Immediate Movement Responses Following Harvest Events. – COPEIA 104: 677–682.

Kleinräumige-hochaufgelöste terrestrische Aktivität von Trachemys scripta elegans, Absammlungsintensität und direkt anschließende Wanderaktivität nach solchen Entnahmeaktionen

Überlandwanderungen haben eine wichtige Bedeutung für die Süßwasserschildkrötenökologie. Schildkröten unternehmen Überlandwanderungen um Geschlechtspartner oder neue aquatische Habitate zu finden, ebenso wie sie sie als Reaktionen auf Trockenheit oder zur Suche von Nistplätzen durchführen. Hier testeten wir, wie sich Umweltfaktoren auf die Landexkursionen bei Rotwangenschmuckschildkröten (Trachemys scripta elegans) auswirken. Wir fanden heraus, dass 85% der Schildkröten Überlandwanderungen zumindest einmal pro Jahr durchführen, was damit wesentlich öfter vorkommt, als es früher berichtet worden ist und einige der Tier unternahmen sogar mehrmals Wanderungen (2-6) während einer einzigen Aktivitätssaison. Regen und Trockenheitsphasen waren dabei zuverlässige Vorhersageereignisse für Überlandwanderungen. Wohingegen das Geschlecht gar keinen so signifikanten Faktor darstellte. Es gab aber Anzeichen dafür, dass die Wanderungen von den jeweiligen saisonalen Temperaturen beeinflusst werden. Zusätzlich konnten wir zeigen, dass Schildkröten in kurzer Zeit wieder zurück zu einem (absichtlich) leergesammelten Teich wanderten. Allerdings nachdem der Teich zum zweiten Mal simulierterweise abgesammelt wurde, wurde er nicht mehr so stark wiederbesiedelt sodass die Populationsdichte deutlich niedriger blieb. Unsere Ergebnisse sprechen dafür Vorsicht walten zu lassen, wenn man räumlich kontrollierte Entnahmemaßnahmen implementiert. Da die Teiche nach solchen Absammelaktionen von wandernden Schildkröten nicht wiederbesiedelt werden, zudem wenn die Ausgangspopulationsdichten dabei absinken weil sich die Schildkröten auf andere Habitate verteilen führt dies langfristig zu absinkenden Reproduktionsraten.

Kommentar von H.-J. Bidmon

Ja auch hier wieder ein schönes Beispiel dafür, wie diese Schildkröten kontextabhängig auf Tierentnahmen reagieren (Dodd et al. 2016) können und wie leicht es ist auch vielleicht einstmals gute Bestände und wachsende Bestände zu gefährden (siehe auch Brown et al 2012).

Literatur

Brown, D. J., A. D. Schultz, J. R. Dixon, B. E. Dickerson & M. R. J. Forstner (2012): Decline of Red-Eared Sliders (Trachemys scripta elegans) and Texas Spiny Softshells (Apalone spinifera emoryi) in the Lower Rio Grande Valley of Texas. – Chelonian Conservation and Biology 11: 138–143 oder Abstract-Archiv.

Dodd, C. K., V. Rolland & M. K. Oli (2016): Consequences of individual removal on persistence of a protected population of long-lived turtles. – Animal Conservation 19: 369–379 oder Schildkröten im Fokus 14 (2): 22-25.

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