Macip-Rios, R., Cisneros de Lourdes, M. A., X. S. Aguilar-Miguel & G.Casas-Andreu (2009): Population Ecology and Reproduction of the Mexican Mud Turtle (Kinosternon integrum) in Tonatico, Estado de Mexico. – Western North American Naturalist 69 (4): 501-510.

Die Populationsökologie und die Reproduktion bei der mexikanischen Schlammschildkröte (Kinosternum integrum) in Tonatico, Estado de Mexico.

Ökologische Daten aus dem Freiland sind wichtig zum Verständnis der Lebensweise und der Überlebensstrategien kinosternider Schildkröten der tropischen Regionen. Hier geben wir eine Zusammenfassung über die grundlegenden Befunde zur Populationsökologie und zur Lebensweise von Kinosternon integrum in der Gemarkung von Tonatico (südöstliches Estado de Mexico, Mexiko). Von Oktober 2003 bis November 2004 markierten wir insgesamt 204 Schildkröten, wobei auch 118 wiederholt eingefangen wurden. Die durchschnittliche Populationsgröße lag nach dem Jolly-Seber-Modell bei 197 (95 % CI 128–416) Individuen bei einem Geschlechterverhältnis von 1:1,7 mit leichter Verschiebung hin zu mehr Weibchen. Die Männchen waren bezogen auf Carapax- und Plastronlänge größer als die Weibchen. Die Reproduktionssaison beginnt im späten Juni und endet Ende Oktober. Das kleinste Weibchen mit reifen Eiern hatte eine Carapaxlänge von 122 mm. Die durchschnittliche Gelegegröße lag bei 4 Eiern (s=1,77, Spanne 1–8) und die Gelegegröße war positive korreliert mit der Körpergröße. Die durchschnittliche Eilänge betrug 30,43 mm (s=2,24, Spanne 23,92–35,96), die Breite betrug 16,35 mm (s=1,01, Spanne 12,99–18,30) und das mittlere Gewicht lag bei 5,14 g (s=0,60, Spanne 3,41–6,57). Die durchschnittliche Eilänge zeigte eine signifikante negative Korrelation mit der Gelegegröße. Die relative Gelegemasse (Reproduktionseinsatz) betrug 0,043 (s=0,017, Spanne 0,017–0,071), was den geringsten Wert darstellt, der jemals für eine Art aus der Gattung Kinosternon beschrieben wurde. Zusätzlich gab es keine Anzeichen dafür, dass es zu einer Begrenzung der Eigröße durch die Öffnungsbegrenzung (Beckenknochen) bei dieser Population kam. Hier handelt es sich um die erste Studie, die die grundlegende Populationsökologie und die Reproduktionscharkteristika für eine distinkte Population der in Mexiko am weitesten verbreiteten Wasserschildkröte beschreibt.

Kommentar von H.-J. Bidmon

Sollte sich diese Schildkröte nach der Bed-Hedging-Theorie fortpflanzen, könnten die niedrigen Werte bzgl. des Reproduktionseinsatzes revisionsbedürftig sein, denn es wurde nur eine Reproduktionssaison untersucht, und ob die von den Schildkröten als suboptimal oder optimal empfunden wurde, bleibt ungewiss, zumal Fang und Wiederfang ja auch als Störungen im ökologischen Sinne empfunden werden können (s. Litzgus et al. 2008).

Literatur

Siehe Litzgus, J. D., F. Bolton & A. I. Schulte-Hostedde (2008): Reproductive output depends on body condition in spotted Turtles (Clemmys guttata). – Copeia 1: 86-92 oder SiF 6 (1) 2009.

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