Litzgus, J. D., S. E. DuRant & T. A. Mousseau (2004): Clinal variation in body and cell size in a widely distributed vertebrate ectotherm. – Oecologia 140 (4): 551-558.

Merkmalsvariationen in Körper- und Zellgröße in weit verbreiteten Ectotherm-Vertebraten

Die Bergmannsche Regel besagt, dass innerhalb der Population einer Art Individuen in kühlerer Umgebung größer werden als in wärmeren Gebieten. Einige dieser Behauptungen durch die Bergmannsche Regel wird derzeit auf Merkmalsmuster und Körpergröße innerhalb einer Spezies-Gruppierung geprüft. Unsere Studie ist ein direkter Test der Bergmannschen Regel, da wir das Muster innerhalb einer einzelnen, weit verteilten Spezies untersuchen. Wir untersuchten geographische Auswirkungen auf die Körper- und Zellgröße der Tropfenschildkröte (Clemmys guttata). Unsere Analysen von 818 Schildkröten, die in Regionen (45-28 ° N) gesammelt wurden, zeigte, dass die Körpergröße mit dem Breitengrad (Latitude) zunimmt; diese Beziehung wurde durch eine Population sehr großer Schildkröten verursacht, die in den extrem nördlichsten Verbreitungsgebiet auftraten. Wenn man diese nördlichste Population aus der Analyse entfernte, ergaben sich keine unterstützenden Befunde mehr für das Bergmannsche Gesetz, und die kleinsten Schildkröten kamen nahe des Zentrums (Mitte) des Gesamtverbreitungsgebiets vor. Jüngste Literatur besagt, dass breitengrad-abhängige Merkmale in bezug auf die Köpergröße vielleicht eine physiologische Nebenwirkung der Temperatur auf die Zellteilung sind, das Ergebnis sind größere Zellen und damit auch größere Organismen bei kalten Temperaturen. Messungen des Durchmessers der Hautzellen von der Tropfenschildkröte bestätigten weder die Hypothese, die besagt, dass die Zellgröße mit dem Breitengrad und mit abnehmender der Temperatur zunimmt, noch gab es eine signifikante Beziehung zwischen Körper- und Zellgröße. Unsere Studie zeigt, dass weder die Bergmannsche Regel, noch die Unterschiede in der Zellgröße ausreichend geeignet sind, um die beobachteten Körpergrößen bei der Tropfenschildkröte zu erklären. Wir vermuten, dass die Verteilung der Körpergröße auf Unterschiede in der Körpergröße der Weibchen bei Erreichen der Reproduktionsfähigkeit beruhen.

Kommentar von H.-J. Bidmon

Die von den Autoren getroffene Schlussfolgerung erscheint logisch, denn die Zellgröße kann von keinem höheren Organismus beliebig oder umweltbedingt variiert und verändert werden, da Zellgrößen in der Regel von physikalischen Parametern wie beispielsweise der Diffusion von Sauerstoff und anderen lebenswichtigen Metaboliten begrenzt werden.

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