Lewis, T. L., J. M. Ullmer & J. L. Mazza (2004): Threats to spotted turtle (Clemmys guttata) habitat in Ohio. – Ohio Journal of Science 104: 65-71.

Gefahren für die Habitate der Tropfenschildkröte (Clemmys guttata) in Ohio

Tropfenschildkröten Clemmys guttata besiedeln primär permanente Feuchtgebiete. In den vergangenen Jahren ergab sich ein starker Populationsrückgang bedingt durch Beutegreifer, Absammeln für die Tierhaltung und durch Habitatverluste (Ohio verlor mehr Feuchtgebiete als jeder andere US Bundesstaat mit Ausnahme von Kalifornien). Diese Studie umfasste die Identifikation und die qualitative Analyse von aus der Vergangenheit bekannten und noch bestehenden Habitaten der Tropfenschildkröte in Ohio. Wir überprüften die Auswirkungen von invasiven Pflanzenarten wie der Waldheckenkirsche (Lonicera sp.), Faulbaum (Rhamus sp.) und Rohrkolbenschilf (Typha sp.) sowie die Auswirkungen der Habitatfragmentierung in diesen Gebieten. Ebenso wurde die Art der Landschaftsveränderungen erfasst, die zum Aussterben der Art in vormals besiedelten Habitaten geführt hatte. Es wurden 48 von 50 der für Ohio bekannten Habitate besucht, 8 waren zu Wohngebieten umgewandelt und waren nicht mehr als Habitat anzusehen. Von den verbliebenen Habitaten waren 57 % stark von invasiven Pflanzenarten infiltriert und 64 % der Habitate waren zerstückelt und fragmentiert. Nur 5 %, also insgesamt zwei Tropfenschildkrötenhabitate, waren noch als intakt zu bezeichnen. Folglich wiesen die meisten Ohiohabitate nur noch eine als marginal zu bezeichnende Qualität für die Tropfenschildkrötenpopulationen auf. Diese Gebiete liegen in den 3 Regionen des Bundesstaates zudem weit auseinander, in Südwest-Ohio durchschnittlich 20 km, 5,0 km im Nordwest-Ohio und ca. 30 km in Nordost-Ohio. Unter der Feststellung, dass die Populationen einer starken Isolation unterliegen, die Habitate zunehmend von invasiven Pflanzenarten überwuchert und/oder in Wohngebiete umgewandelt werden, ist davon auszugehen, dass die Tropfenschildkrötenpopulationen im Bundesstaat Ohio auch weiterhin von einem starken Rückgang betroffen sein werden.

Anmerkung von H.-J. Bidmon zum Nachdenken:
Ein schönes Beispiel aus einer modernen westlichen Gesellschaft dafür, worauf wir eigentlich achten müssen (Habitate !) und worauf sich auch insbesondere Tierschutzorganisationen konzentrieren sollten, wenn sie wirklich der Meinung sind, dass in Gefangenschaft lebende Reptilien gequälte Kreaturen sind. Denn bei diesen Aussichten werden wohl Terrarien oder Gärten die letzten vom Menschen geduldeten Überlebensrefugien darstellen (Die moderne Arche-Noah; Glück ???, dass ein paar gesammelt wurden). (Aber vielleicht ist es auch besser alles angeblich Gequälte aussterben zu lassen, denn danach hat ja bekanntlich jede Qual ein Ende).

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