Lee, T. N., M. V. Plummer & N. E. Mills (2007): Use of post hatching yolk and external forage to maximize early growth in Apalone mutica hatchlings. – Journal of Herpetology 41 (3): 492-500.

Der Gebrauch von Dotter nach dem Schlupf und die externe Nahrungsaufnahme zur Maximierung des frühen Wachstums bei Apalone mutica Schlüpflingen

Bei oviparen Wirbeltieren wird angenommen, dass die nach dem Schlupf vorhandenen Dotterrückstände dazu dienen, den Schlüpfling weiterhin für einige Zeit mit Energie zu versorgen, insbesondere in Habitaten, in denen dem Schlupf eine (umweltbedingte) Fastenperiode folgen kann. Um nun den Energieverbrauch und die Strategien zur Energienutzung nach dem Schlupf bei Apalone mutica zu untersuchen, wurden in 2003 Schlüpflinge einmal über einen Zeitraum von neun Wochen nicht gefüttert oder gefüttert. In 2004 wurde das gleich Experiment für eine Periode von sechs Wochen nach dem Schlupf wiederholt. Die Masse, Plastronlänge, Carapaxbreite und die Körperkondition veränderten sich während der Dauer des Experiments für alle Parameter mit Ausnahme der Carapaxbreite bei dem in 2004 durchgeführten Experiment. Ebenso waren alle Parameter für gefütterte und ungefütterte Schlüpflinge verschieden. Die Messwerte für gefütterte Schlüpflinge waren signifikant höher als für die ungefütterten Schlüpflinge. Gefütterte und nicht gefütterte Schlüpflinge verbrauchten ihre Dotterrückstände mit gleicher Rate: 50 % des Restdotters war acht Tage nach dem Schlupf aufgezehrt und 90 % waren am Tag 27 nach dem Schlupf verbraucht. Auch die Metabolismusrate von ungefähr (0,236 ml CO2/Stunde) unterschied sich nicht zwischen gefütterten und nicht gefütterten Schlüpflingen. Die Dotterreserven waren nicht ausreichend, um die Schlüpflinge über die erste Überwinterungssaison zu bringen, aber wenn sie Zugang zu Futter hatten, schien es so, als würden die Schlüpflinge den Dotter nur zusätzlich nutzen, um ihre Wachstumsgeschwindigkeit zu maximieren.

Kommentar von H.-J. Bidmon

Auch hier für eine Weichschildkröte der Befund, dass ein anfänglich schnelles Schlüpflingswachstum angestrebt wird. Hier könnte auch eine Erklärung dafür geliefert werden, warum größere, ältere Weibchen die Überlebensfähigkeit ihrer Nachkommen steigern können, denn aus größeren Eiern können nicht nur größere Schlüpflinge schlüpfen, sondern es könnte auch mehr Dottermasse den Schlüpflingen mit auf den Weg gegeben werden. Auf alle Fälle aber wieder ein Befund, der eher der Aussage, Schlüpflinge sollte man „Großhungern“ widerspricht, als dass er sie bestätigen würde. Siehe auch: Peterson, C. C. & A. Kruegl (2005): A Peaked temporal pattern of embryonic metabolism in an emydid turtle (Chrysemys picta picta). – Journal of Herpetology 39 (4): 678-681 oder Abstract-Archiv; O'Brien, S., B. Robert & H. Tiandray (2005): Hatch size, somatic growth rate and size-dependent survival in the endangered ploughshare tortoise. – Biological Conservation 126 (2): 141-145 oder Abstract-Archiv; Spencer, R. J., F. J. Janzen & M. B. Thompson (2006): Counterintuitive density-dependent growth in a long-lived vertebrate after removal of nest predators. – Ecology 87 (12): 3109-3118 oder Abstract-Archiv; Bouchard, S. S. & K. A. Bjorndal (2006): Nonadditive interactions between animal and plant diet items in an omnivorous freshwater turtle Trachemys scripta. – Comparative Biochemistry and Physiology – Part B Biochemistry and Biology 144: 77-85 oder Abstract-Archiv; Bouchard, S. S. & K. A. Bjorndal (2006): Ontogenetic Diet Shifts and Digestive Constraints in the Omnivorous Freshwater Turtle Trachemys scripta. – Physiological and Biochemical Zoology 79 (1): 150-158 oder Abstract-Archiv.

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