Le, M. & W. P. McCord (2008): Phylogenetic relationships and biogeographical history of the genus Rhinoclemmys Fitzinger, 1835 and the monophyly of the turtle family Geoemydidae (Testudines: Testudinoidea) – Zoological Journal of the Linnean Society 153: 751.

Phylogenetische Beziehungen und die biogeographische Verbreitungsgeschichte der Gattung Rhinoclemmys Fitzinger, 1835 sowie die Monophylie der Schildkrötenfamilie Geoemydidae (Testudines: Testudinoidea)

Bei Rhinoclemmys handelt es sich um eine interessante Schildkrötengattung, sowohl aus biogeographischer als auch aus ökologischer Sicht, da es die einzige Gattung aus der Familie der Geoemydidae ist, die in der Neuen Welt vorkommt und die eine große Habitatvielfalt besiedelt hat, die von aquatisch bis hochgradig terrestrisch reicht. Hier präsentieren wir eine molekular-phylogenetische Untersuchung von Rhinoclemmys unter Verwendung von mitochondrialen und nukleären Genen. Unsere Ergebnisse unterstützen den monophyletischen und Unterfamilien Status von Rhinoclemmys innerhalb der monophyletischen Familie der Geoemydidae. Innerhalb der Gattung Rhinoclemmys unterstützen die Daten die Existenz von zwei Kladen aus 1. R. annulata + R. pulcherrima und 2. R. areolata + R. punctularia + R. diademata + R. funerea + R. melanosterna, allerdings wird die Stellung von R. nasuta und R. rubida nur schwach unterstützt. In Bezug auf die biogeographische Besiedlungsgeschichte, zeigen die Ergebnisse zusammen mit den paläontologischen Nachweisen, bestätigen die Hypothese, dass diese Gruppe von Asien aus nach Amerika über die Beringstrasse während des frühen Eozäns einwanderte. Die Ausbreitung von Rhinoclemmys in Zentral- und Südamerika deckt sich gut mit der Vikarianz der Veränderungen, wie die Entstehung der Sierra Madres in Mexiko und den Nuclear Highland sowie der Verbreitung über die Landbrücke von Panama. Interessanterweise deuten unsere phylogenetischen Ergebnisse an, dass diese Gruppe Südamerika mindestens viermal besiedelt hat und dass die Ausbreitung von R. nasuta nach Südamerika im sehr frühen Miozän erfolgte, noch bevor es den Isthmus von Panama gab. Abschließend diskutieren wir unsere phylogenetischen Ergebnisse in Bezug auf die Monophylie der Familie der Geoemydidae sowie im Kontext mit früheren morphologischen Untersuchungen.

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