Lafuente, S., J. B. Bellido, F. A. Moraga, S. Herrera, A. Yaguee, T. Montalvo, M. de Simo, P. Simon & J. A. Cayla (2013): Salmonella paratyphi B and Salmonella litchfield outbreaks associated with pet turtle exposure in Spain. – Enfermedades Infecciosas y Microbiologia Clinica 31: 32–35.

Mit Haustierschildkröten assoziierte Ausbrüche von Salmonella paratyphi B und Salmonella litchfield – in Spanien.

Einleitung: Salmonellosen stellen ein schwerwiegendes Gesundheitsproblem für die Bevölkerung dar. Schildkröten sind in zunehmendem Maße an der Übertragung der Infektion auf den Menschen beteiligt.
Methoden: Fälle von Salmonellen-Infektionen werden den lokalen Überwachungsbehörden gemeldet, die dann Befragungen zu den infrage kommenden Infektionsquellen veranlassen. Zudem werden die Methoden der molekularen Epidemiologie zur Speziesidentifizierung eingesetzt.
Ergebnisse: In diesem Artikel berichten wir über zwei Beispiele solcher Infektionen an zwei Orten innerhalb Spaniens, die 300 km entfernt zueinander liegen. In Barcelona übertrug eine Schildkröte die Krankheit über die Mutter auf ein Baby, und in Castellon wurden 5 ähnliche Fälle von Salmonelleninfektionen gefunden, wobei alle durch importierte Schildkröten übertragen worden waren. Die eingesetzten molekularepidemiologischen Methoden bestätigten die Übertragung schildkröten-assoziierter Salmonellen und zeigten zudem eine strenge Beziehung zwischen den Fällen in Castellon und Barcelona.
Diskussion: Diese Beispiele repräsentieren die Spitze eines Eisbergs, und zeigen, was beim Umgang mit Haustierreptilien in Bezug zur Krankheitsübertragung passieren kann. Wir glauben, dass es an der Zeit ist, das Ausmaß und die Auswirkungen dieses Infektionswegs in jedem Land zu eruieren, um konsequente Präventionsstrategien zu initiieren: Wie klare Regularien für Zoogeschäfte und eine Fortbildung und Information für Familien, die sich Haustierreptilien kaufen wollen.

Kommentar von H.-J. Bidmon

Man sollte nicht immer den Teufel an die Wand malen, aber das Thema bleibt – wie Sie sehen – weiterhin akut, nicht nur bei uns, sondern vermehrt auch in den anderen EU-Mitgliedsstaaten. Somit wird sich dieser Einfluss nicht zuletzt auch auf die EU und ihre Entscheidungsträger auswirken und über kurz oder lang zu entsprechenden Gesetzesinitiativen führen. Unbestritten ist dieses Thema auch von substantiellerer Bedeutung als die vielseitig belächelte „Gurkenkrümmungsverordnung“ der EU, und letztendlich mahnt sie uns alle zum sachgerechten Umgang mit dieser Hygieneproblematik, da sonst Verbote schneller kommen dürften, als es so manchem lieb sein dürfte. Da in etlichen unserer Nachbarländer innerhalb der EU diese Thematik auch dazu benutzt wird, einen Importstopp für so genannte invasive Arten durchzusetzen, sei hier auch die Frage erlaubt, ob wir bei den heutigen Nachzuchtstandards wirklich noch Reptilienimporte brauchen? Sicher, auch der Handel mit in der EU nachgezüchteten Reptilien schließt ein Salmonellenrisiko nicht aus, mag aber dennoch zu einer Verringerung der Fälle beitragen, weil die Hygienestandards außerhalb der großen, international verfrachteten Liefereinheiten im meist privat getragenen EU-Binnenhandel fast immer besser sein dürften (siehe dazu auch Kommentare zu: Gaertner et al. 2008, Hildago-Vila et al. 2008).

Literatur

Gaertner, J. P., D. Hahn, J. Jackson, M. R. J. Forstner & F. L. Rose (2008): Detection of Salmonellae in captive and free-ranging turtles using enrichment culture and polymerase chain reaction. – Journal of Herpetology 42 (2): 223–231 oder Abstract-Archiv.

Hidalgo-Vila, J., C. Diaz-Paniagua, N. Perez-Santigosa, C. de Frutos-Escobar & A. Herrero-Herrero (2008): Salmonella in free-living exotic and native turtles and in pet exotic turtles from SW Spain – Research in Veterinary Science 85: 449–452 oder Abstract-Archiv.

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