Kalmar, Z.; V. Cozma, H. Sprong, S. Jahfari, G. D'Amico, D. I. Marcuțan, A. M. Ionica, C. Magdas, D. Modry & A. D. Mihalca (2015): Transstadial Transmission of Borrelia turcica in Hyalomma aegyptium Ticks. – PloS one: 10 e0115520.

Die Übertragung von Zwischenstadien von Borrelia turcica durch Hyalomma aegypticum.

Borrelia turcica bildet die dritte Hauptgruppe der durch Arthropoden (Gliedertiere) übertragenen Borrelien, die zudem phylogenetisch unterschiedlich zu allen anderen Gruppen der Gattung Borrelia ist. Diese neue Gruppe der Borrelien wurde ursprünglich aus Zecken (Hyalomma aegyptium) in der Türkei beschrieben, und sie wurde erst kürzlich aus dem Blut von verschiedenen Landschildkröten isoliert, die von Jordanien aus nach Japan exportiert worden waren. Allerdings ist derzeit wenig über die Ökologie dieser Spirochaeten und deren Entwicklung in den Zecken und den Wirbeltierwirtsspezies bekannt. Unsere Ziele waren die Isolation dieses Pathogens und die Untersuchung der Übertragung der Zwischenstadien von Borrelia turcica durch die Zecke H. aegyptium. Die Zecken wurden von den Landschildkröten (Testudo graeca) während des Sommers 2013 im südöstlichen Rumänien gesammelt. Die entsprechenden Nymphen wurden erfolgreich gehältert, bis sie sich zum Adultstadium häuteten. Lebende B. turcica wurden aus den gehäuteten adulten Zecken unter Verwendung des Barbour-Stoenner-Kelly (BSK) II Mediums isoliert. Vier reine Kulturen von Spirochaeten wurden aufbereitet und anhand der PCR sequenziert. Die Sequenzanalyse der glpQ, gyrB und flaB Fragmente zeigte eine 98–100%ige Übereinstimmung mit B. turcica. Zecken der Art H. aegyptium, die von Landschildkröten der Spezies T. graeca stammten, sind folglich in der Lage, die Infektion mit B. turcica über die Zwischenstadien zu übertragen, was nahelegt, dass sie als Übertragungsvektoren einzustufen sind.

Kommentar von H.-J. Bidmon

Ob diese Art der Borreliose auch für den Menschen gefährlich sein könnte, wurde hier nicht untersucht. Es spricht aber vieles dafür, sorgsam bei entsprechen Tierbegegnungen während des Urlaubs oder bei der Versorgung von Wildfängen umzugehen. Wie der hier erwähnte Fall aus Japan zeigt, werden mit diesen Exporten auch Krankheitserreger exportiert und weltweit verbreitet. Etwas das eigentlich nicht mehr sein müsste (siehe auch Kommentar zu Halla et al. 2014).

Literatur

Halla, U., R. Korbel, F. Mutschmann & M. Rinder (2014): Blood parasites in reptiles imported to Germany. – Parasitology Research 113 (12): 4587–4599 oder Abstract-Archiv.

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