Harden, L. A., J. Fernandez, J. R. Milanovich, B. P. Struecker & S. R. Midway (2018): Blood Biochemical Reference Intervals for Wild Ornate Box Turtles (Terrapene ornata) during the Active Season. – Journal of Wildlife Diseases 54 (3): 587-591; DOI: 10.7589/2017-09-222.

Biochemische Blutreferenzwertintervalle für die Zierdosenschildkröte (Terrapene ornate).

Biochemische Blutanalysen und hämatologische Analysen sind sehr hilfreich bei der Abschätzung des Gesundheitsstatus und für die Physiologie von Tieren insbesondere dann, wenn es um Erhaltungsmaßnahmen und Managemententscheidungen für bedrohte Arten geht. In dieser Studie etablierten wir zum einen die Referenzwerte für die Blutparameter bei zwei Populationen der gefährdeten freilebenden Zierdosenschildkröte (Terrapene ornata) im nördlichen Illinois während deren Aktivitätssaison und zum zweiten untersuchten wir die Auswirkungen der individuellen Carapaxtemperatur ( Tc) auf die blutbiochemischen Veränderungen anhand eines Bayesianischen, hierrarchischen Modells. Die individuellen Blutparameter schwankten über die gesamte Aktivitätszeit (Mai-September 2015) aber es ergaben sich einige ganz spezifische Muster in Bezug auf die Konzentration im Zeitverlauf. Wenn wir ganz spezifisch auf die individuellen Schwankungen prüften, zeigten die blutbiochemischen Variablen für Kalium, Natrium, Chlorid, ionisierbares Kalzium, Hämatokrit (Gepacktes Zellvolumen) und für die Osmolalität keine Veränderungen in Bezug zur Tc (z.B. die Steigung für diese Variablen wich kaum vom Wert Null ab) und es gab zudem kaum individuelle Unterschiede. Glukose und Blutharnstoff (Stickstoff, BUN) zeigte Schwankungen und deren Steigung entfernte sich deutlich von Null wobei für Glukose ein positiver Kurvenverlauf (Anstieg) und für Harnstoff ein negativer Kurvenverlauf festzustellen war was nahelegt, dass es dafür in Bezug zur Tc individuelle Reaktionen gibt, wenn man spezifisch auf individuelle Abweichungen hin untersucht. Diese physiologischen Daten für die Blutparameter dienen zukünftig als wichtige Referenz für die klinische Evaluation von wildlebenden Zierdosenschildkrötenbeständen die zur Behandlung gebracht werden oder für andere Studien an wildlebenden Populationen durchgeführt werden. Zudem verweist diese Studie auf die Wichtigkeit dabei die Auswirkungen in Bezug auf die individuellen Reaktionen zu betrachten (z.B. in Bezug zur individuellen Tc) insbesondere dann, wenn es dabei um die Einschätzung der physiologischen Gesundheitsparameter geht.

Kommentar von H.-J. Bidmon

Mal wieder eine Arbeit die für die veterinärmedizinische Praxis nützliche Details enthält und sicher auch hier zu Lande zur Abschätzung des Gesundheitsstatus diese r Spezies in den diversen Tierhaltungen von Nutzen sein dürfte.

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