Harden, L. A., S. J. Price & M. E. Dorcas (2009): Terrestrial Activity and Habitat Selection of Eastern Mud Turtles (Kinosternon subrubrum) in a Fragmented Landscape: Implications for Habitat Management of Golf Courses and Other Suburban Environments. – Copeia 2009 (1): 78-84.

Terrestrische Aktivität und Habitatselektion der Pennsylvania Klappschildkröte (Kinosternon subrubrum) in einer fragmentierten Landschaft: Auswirkungen für das Habitatmanagement von Golfplätzen und anderen suburbanen Anlagen

In urbanisierten Landschaften stellen Teiche auf Golfplätzen oft die letzten verbleibenden Habitate für semiaquatische Tiere dar. Pennsylvania-Klappschildkröten (Kinosternon subrubrum), die sehr darauf angewiesen sind, sowohl aquatische als auch terrestrische Habitate zur Verfügung zu haben, lassen es notwendig erscheinen, Golfplätze umzugestalten, da deren Anlage typischerweise zu einer bedeutenden Umgestaltung und Fragmentierung (Zerstückelung) der Landschaft führt. Wir führten dazu eine radiotelemetrische Studie mit 11 Klappschildkröten durch, die einen Teich innerhalb eines Golfplatzes im westlichen Piedmont von North Carolina besiedeln, um ihre terrestrischen Aktivitäten und ihre Habitatselektion in dieser fragmentierten Landschaft zu untersuchen. Die meisten der Schildkröten wanderten während des späten Sommers in terrestrische Habitate ab, wobei eine mittlere Distanz (Wanderstrecke) (SE) von 187,2 +/- 67,4 m zurückgelegt wurde. Vermisst man die mittlere geradlinige Entfernung vom Teich aus (SE), so ergeben sich 119,3 +/- 47,4 m. Wir bestimmten die Habitatselektion unter Anwendung der logistischen Regression, um einen Vergleich der von den Schildkröten aufgesuchten Lokalitäten zu zufällig vorhandenen Lokalitäten durchzuführen, wobei sich herausstellte, dass Klappschildkröten bewaldete Landhabitate mit einer moderaten Baumkronenbedeckung und ohne Gras als Unterwuchs bevorzugen. Klappschildkröten selektierten Habitate mit einer Kräutervegetation und Holz- und Laubabfällen als Überwinterungshabitate. Sie selektierten keine sehr stark gestörten Habitate mit limitierter Baumkronenbedeckung, gepflasterten oder geteerten Bereichen oder mit gemähtem Gras in Verbindung mit Wegen, auch keine Golfrasen oder Gartenanlagen. Zusammenfassend zeigt unsere Studie, dass die Erhaltung urtümlicher (ungestörter) Waldflächen innerhalb einer fragmentierten urbanen Landschaft, wie man sie bei manchen Golfanlagen findet, semiaquatischen Schildkröten ein Überleben ermöglicht. Die Informationen aus dieser Studie können dazu verwendet werden, sich ein besseres Verständnis von wichtigen Landhabitaten innerhalb fragmentierter Landschaften zu verschaffen und sie können dazu beitragen, diese Habitatansprüche in Managementpläne mit einzubeziehen.

Kommentar von H.-J. Bidmon

Eine schöne Arbeit, die durchaus zum Nachdenken anregen sollte. Denn was hier als ungestörtes Landhabitat beschrieben wird ist das, was für jeden „ordentlichen Kleingärtner“ oder Gartenbauamtsleiter oft ein unkrautreicher Schandfleck wäre. Auch die oft in Vorträgen zur Schildkrötenhaltung vorgestellten ästhetisch angelegten Gartenanlagen ähnelnden Außengehege müssen nicht unbedingt dem entsprechen, was die Schildkröten je nach Spezies wirklich brauchen.

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