Hall, D. H. & R. J. Steidl (2007): Movements, activity, and spacing of Sonoran mud turtles (Kinosternon sonoriense) in interrupted mountain streams. – Copeia 2007 (2): 403-412.

Bewegung, Aktivität und Raumnutzung der Sonora-Klappschildkröte (Kinosternon sonoriense) in unterbrochenen Gebirgsbächen

Wir quantifizierten die Wanderungen, die Verteilungsmuster und die Aktivitätsmuster der Sonora-Klappschildkröte (Kinosternan sonoriense) in unterbrochenen Gebirgsbächen des südlichen Arizona über 18 Jahre unter Verwendung der Fang-Wiederfang-Methode und unter Einsatz von Radiotelemetrie. Bewegungs- und Aktivitätsmuster der Schildkröten wurden von der Wasserverfügbarkeit bestimmt und variierten in Bezug auf deren Größe und Geschlecht. Obwohl diese Tiere für Arizona als rein aquatisch bezeichnet werden, verbringen sie ihre Sommerruhe während der ausgedehnten Trockenphasen an Land. Nach Einsetzen des Sommerregens erhöhen die Schildkröten die Häufigkeit ihrer Wanderungen zwischen den Tümpeln und zu den Nistplätzen. Die Bewegungen (durchschnittliche Distanz [AvD] SE) waren für alle Schildkröten in den trockenen Jahren kürzer (Männchen = 26 +/- 1,3 m, Weibchen 19 +/- 1,3 m) im Vergleich zu feuchten Jahren (M = 153 +/- 1,2 m; W = 41 +/- 1,2 m). Adulte Männchen legten größere Distanzen zurück (93 +/- 1,2) und hatten eine größere Habitatdurchmesser (home-range lengths) (206 +/- 1,2 m) als adulte Weibchen (AvD 38 +/- 1.2; home range = 40 +/- 1,2 m). Junge adulte Weibchen (Carapaxlänge [CL] 100-118 mm) zeigten längere Wanderungen (52 +/- 1,2 m) und hatten größere home ranges (80 +/- 1,9 m) als ältere Weibchen (> 118 CL; AvD = 38 +/- 1,2 m; home range = 26 2,2 m). Männchen führten ausgedehntere > 500 m und häufigere (8 %) Wanderungen durch als Weibchen (2 %), wobei diese aber bis zu 7,2 km entlang der Flussbette wanderten. Große Schildkröten nutzen die sich bildenden Tümpel ausschließlich allein, und nur selten teilten sie den Tümpel mit anderen großen Schildkröten des gleichen Geschlechts. Die Zerstörung und der Verlust von Feuchtgebieten im Südwesten der USA haben dazu geführt, dass die Möglichkeiten für Langstreckenwanderungen von Schildkröten zwischen den einzelnen disjunkten Reliktpopulation sehr reduziert wurden, was erhebliche Konsequenzen für die Erhaltung der Schildkröten und anderer aquatischer Spezies in dieser Region zur Folge hat.

Kommentar von H.-J. Bidmon

Fast überall die gleichen Probleme, und wenn man nicht aufpasst, und vergisst, was früher einmal zusammen gehörte, dann darf man sich in ein paar Jahren vielleicht anhören, dass ja kein Tier der einen Reliktpopulation zu einer der anderen verfrachtet werden darf, denn das könnte ja zur Populationsverfälschung führen, anstatt zu verstehen, wie wichtig vielleicht die Aufrechterhaltung des Genflusses zwischen den Populationen für deren langfristige Erhaltung sein kann.

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