Finke, M. D. (2012): Complete Nutrient Content of Four Species of Feeder Insects. – Zoo Biology 32 (1): 27–36.

Der komplette Nahrungsgehalt für vier Futterinsektenarten.

Eine Vielzahl von Insekten wird gewöhnlich an Insektivore Pfleglinge verfüttert, wobei detaillierte Nahrungsanalysen nur für die am häufigsten verwendeten Futterinsektenspezies vorliegen. Hier werden die Larven der Soldatenfliege, Nymphen der Schokoschabe, Teboraupen und die Adulti der Stubenfliege auf ihren Feuchtigkeits-, Protein-, Fett-, Asche-, Mineral-, Aminosäure-, Fettsäure-,Vitamin- und Karotinoidgehalt hin untersucht, wobei auch der Gehalt an säurelöslichen Detergenz-Faserern und neutralen Detergenz-Fasern erfasst wird. Die säurelöslichen Detergenzfasern wurden zusätzlich auf ihre Aminosäurezusammensetzung hin analysiert, um den Chitinanteil zu bestimmen. Der Nahrungsgehalt variierte zwischen den vier Insektenarten sehr stark. Die so genannten Makronährstoffe waren wie folgt: Feuchtigkeit (60,2–74,8 %), Rohprotein (15,5–19,7 %), Rohfett (1,9–29,4 %), säurelösliche Detergenz-Fasern (1,4–3,0 %), neutrale Detergenz-Fasern (2,6–3,8 %) sowie Ascheanteil (0,8–3,5 %). Der Energiegehalt reichte von 918 kcal/kg bei der Stubenfliege bis zu 2,977 kcal/kg für die Tebo-Würmer. Der Chitingehalt der vier Spezies reichte von 6,7 bis zu 21,0 mg/kg. Zu den Nahrungsbestandteilen, bei denen es zu Mangelerscheinungen bei den Insektivoren kommen kann, wenn man diese Futterinsektenarten verfüttert, gehören Vitamin A, Vitamin D, Kalzium, Vitamin E, Thiamin, Jod und Vitamin B12. Die Anzahl der Nährstoffe, die bezogen auf den Energiegehalt der Insektenspezies im Vergleich zu den NRC-Vorgaben (Ernährungsvorgaben) für Ratten einen Mangel aufweisen, ergibt sich wie folgt: Soldatenfliegenlarven (3), Tebo-Würmer (15), Schokoschabennymphen (5) und adulte Stubenfliegen (6). Diese Daten stellen ein hilfreiches Mittel dar, um die Nährstoffaufnahme bei Insektivoren in der Tierhaltung zu kalkulieren und um entsprechende „Gut-Loading“ (Anreicherungsmaßnahmen) zu implementieren, um die Nahrung für in Gefangenschaft gehaltene Insektivore zu optimieren.

Kommentar von H.-J. Bidmon

Auch diese ergänzende Arbeit bietet gute Ansatzmöglichkeiten zur Optimierung der Nahrung für insektivore und/oder karnivore Schildkröten. Zur weiteren Bedeutung solcher Analysen siehe: Bidmon (2010), Vinke & Vinke (2004) sowie die dort zitierte Literatur.

Literatur

Bidmon, H.-J. (2010): Karnivore Schildkröten: Was ist ihr handelsübliches Futter eigentlich wert? Oder: Die Bedeutung des Darminhalts der Futtertiere. – Schildkröten im Fokus, Bergheim 7 (1): 3–18.

Vinke T. & S. Vinke (2004): Die Rolle ungesättigter Fettsäuren in der Landschildkrötenernährung – eine Annäherung an einen vernachlässigten Aspekt. – Schildkröten im Fokus, Bergheim 1 (2): 11–15.

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