Eisemberg, C.C., B. G. Costa, E. C. Guterres, S. J. Reynolds & K. A. Christian (2016): Notes on Chelodina mccordi timorensis Biology, Harvest, Current Threats, and Community Perceptions in the Lake Iralalaro Region, Timor-Leste. – Chelonian Conservation and Biology 15: 69-78.

Notizen über Chelodina mccordi timorensis deren Biologie, das Absammeln, die derzeitigen Gefährdungen und die Aussichten für deren Lebensgemeinschaft in der Region des Iralalarosees, Timor-Leste

Mccords Langhalsschildkröte Chelodina mccordi ist auf Roten Liste der IUCN als hochgradig gefährdet eingestuft. In Timor-Leste, ist das Vorkommen der Unterart Chelodina mccordi timorensis auf ein kleines Sumpfgebiet an der Ostspitze von Timor um den See Iralalaro im Distrikt Lautém beschränkt. Wir sammelten Informationen über die Biologie von C. m. timorensis und über deren Fang und wir erfassten die derzeitigen Gefährdungen für deren Population. Die Datensammlung erfolgte während zweier Erhebungen im Februar und Juli 2014 um den Iralalarosee im Nino Konis-Santana-Nationalpark. Die Gefährdungen wurden durch direkte Beobachtungen erfasst und die lokale Wahrnehmung der Tiere in der Bevölkerung wurden durch Interviews mit Experten durchgeführt. Das Absammeln durch die Bevölkerung stellt die höchste Gefährdung in der Region dar. Die Schildkröten werden mit Angelschnüren gefangen, ebenso werden sie im Flachwasserbereich mit Bambusstäben im Untergrund aufgespürt oder sie werden per Hand am Seeufer oder unter trockenem Grass eingesammelt. Die Schildkröten werden meistens während der Trockenzeit (April bis Oktober) gesammelt. Die meisten Experten haben für die Identifizierung von C. m. timorensis entsprechend ihrer Plastronfärbung 2 verschiedene Namen (veu = Gelb und hell; sepe veu = Dunkel und Rot). Die lokale Einschätzung des Populationsstatus der Schildkröten (stabil, abnehmend oder zunehmend) unterschied sich zwischen zwei Dörfern. Faktoren die zusätzlich zum Fang durch die Menschen die Überlebenskapazität der Schildkröten bedrohen bestehen in dem gefressen werden durch verwilderte Schweine und Hunde. Feuer und der Klimawandel könnten auch als wichtige Faktoren für deren Rückgang vermutet werden.

Kommentar von H.-J. Bidmon

Nun kann man zwar wieder anfangen darüber zu spekulieren, dass es der Einfluss der Menschen und deren Lebensweise vor Ort ist die diese Schildkrötenpopulation bedrohen. Wir sollten aber auch nicht vergessen, dass es sich dabei um eine Art handelt die obwohl die Tiere auch schon vorher zur Ernährung von der Lokalbevölkerung genutzt wurden erst ihre Neubeschreibung als Art dazu beigetragen haben sie durch den Handel für den Sammlermarkt an den Rand ihrer Existenz zu bringen. Siehe dazu Stuart et al. (2006).

Literatur

Stuart, B. L., A. G. J. Rhodin, L. L. Grismer & T. Hansel (2006): Scientific description can imperil species. – Science 312: 1137.

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