Doody, J. S., J. Roe, P. Mayes & L. Ishiyama (2009): Telemetry tagging methods for some freshwater reptiles. – Marine and Freshwater Research 60 (4): 293-298.

Methoden zur Radiotransmitterbefestigung bei im Süßwasser lebenden Reptilien

Reptilien werden häufig ignoriert und bei der Analyse von Wassersystemen wenig untersucht. Ein Verständnis für deren Biologie und ihrer Rolle innerhalb aquatischer Lebensgemeinschaften lässt sich mit der Radiotelemetrie genauer untersuchen. Jedoch hängt der Wert radiotelemetrischer Untersuchungen von den verfügbaren Methoden zur Implantation oder dem Anbringen der Radiosender ab. Diese Untersuchung beschreibt die Methoden zur Transmitterimplantation oder zum Anbringen von Transmittern bei ausgewählten im Süßwasser lebenden Reptilien wie der Glattrücken-Schlangenhalsschildkröte (Chelodina longicollis) und der Nordaustralischen Schlangenhalsschildkröte (Chelodina rugosa), der Papua-Weichschildkröte (Carettochelys insculpta), Mertens Wasserwaran (Varanus mertensi) und der Australischen Wasseragame (Physignathus lesueurii). Die Effektivität der Methoden wird für jede Spezies einzeln beschrieben, und es wird auf die möglichen Fehlerquellen aufmerksam gemacht. Ebenso werden die Unterschiede der Methoden und Vorgehensweisen diskutiert. Es wird die Literatur vorgestellt, die Techniken zum Anbringen von Sendern und zur Implantation beschreibt, und auch die hier exemplarisch vorgestellten Methoden sind nicht völlig neu. Denn das Ziel dieser Arbeit ist es eine detaillierte Zusammenfassung der effektivsten Methoden zur Anbringung oder Implantation von Sendern bei im Süßwasser lebenden Reptilien in einer Arbeit zu geben, die darauf eingeht, was es für unterschiedlich große Reptilien oder in Bezug zur Körperform und der Körperoberflächenstruktur (Panzer, Haut, Schuppen) zu beachten gilt. Obwohl der Fokus dieser Arbeit klar auf australische Reptilien begrenzt ist, sind die hier angeführten Methoden weltweit zur Untersuchung aquatischer Reptilien einsetzbar.

Kommentar von H.-J. Bidmon

Sicherlich eine gute Arbeit für so manchen Studenten oder Doktoranden, der sich in diese Methoden einarbeiten möchte. Aber auch für einen praktischen, angewandten Biologieunterricht sicher auch einmal eine gute Idee, da könnte man sogar an einem praktischen Beispiel den Biologie- und Physikunterricht verbinden. Zusammen mit ein paar chemischen Verfahren zur Wasseranalyse sicher eine gute Methode zur interessanten, praxisnahen naturwissenschaftlichen Gesamtausbildung, die man im Freien durchführen könnte. Da hätten selbst jene Lehrer eine Chance, die seit Jahren ihre naturwissenschaftlichen Unterrichtslaborräume wegen Renovierungsbedürftigkeit und Sicherheitsmängeln nicht mehr nutzen können. Klar, solche Sender kosten auch Geld, und ein Chemiekasten zur Wasseranalyse kostet auch was, aber längst nicht so viel, wie eine Umbau- oder Renovierungsmaßnahme von ganzen Klassenräumen. Wie heißt es doch so schön: Initiativen sind gefragt, wer nur jammert, lebt für immer im Jammertal.

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