Demkowska-Kutrzepa, M., M. Studzińska, M. Roczeń-Karczmarz, K. Tomczuk, Z. Abbass & P. Różański (2018): A review of the helminths co-introduced with Trachemys scripta elegans – a threat to European native turtle health. – Amphibia-Reptilia 39(2): 177–189; DOI: 10.1163/15685381-17000159.

Eine Übersicht über die Helminthen, die zusammen mit Trachemys scripta elegans eingeschleppt wurden – eine Gefahr für die Gesundheit der einheimischen europäischen Sumpfschildkröten.

Im 20. Jahrhundert kam es in Europa zur Einfuhr vieler exotischer Schildkröten wie Trachemys scripta elegans für den Haustiermarkt, was dazu führte, dass häufig solche Tiere in Süßwasserökosysteme eingeschleppt wurden. Heutzutage gibt es gut etablierte Populationen von Rotwangenschmuckschildkröten die in Koexistenz mit einheimischen Schildkrötenarten in der freien Natur leben. Diese Schildkröten sind eine Bedrohung für die einheimischen Schildkrötenspezies weil sie viele Parasiten in sich tragen die des Öfteren dafür verantwortlich gemacht werden als ursächlich für Krankheiten zu sein die mit hohen Mortalitätsraten bei den einheimischen Spezies einhergehen. Helminthen stellen die bedeutendste Gruppe der Erreger dar die durch T. s. elegans eingeschleppt wurden weil diese Parasiten für ihre geringe Wirtsspezifität bekannt geworden sind und deshalb zu wichtigen Invasoren wurden die die Gesundheit der einheimischen Arten bedrohen. Das Ziel dieser Übersichtsarbeit war es eine Risikoerfassung für die Übertragung solcher Helminthen die durch T. s. elegans eingeschleppt wurden auf einheimische europäische Schildkrötenspezies zu erstellen.

Kommentar von H.-J. Bidmon

Eine Arbeit die ein wichtiges Problem zu adressieren scheint, das auch schon für Deutschland diskutiert wurde (siehe Jennemann & Bidmon, 2009; Meyer et al., 2015). Interessant sind auch die Zahlen, denn wie die Autoren einleitend erwähnen sind allein zwischen 1998 und 2002, 23 600 000 T. s. elegans aus den USA exportiert worden, die weltweit in den Handel gingen und die heute in Freilandökosystemen in fast allen europäischen Staaten vorkommen. Sie bedrohen heute alle europäischen Sumpfschildkröten der Gattungen Emys und Mauremys. Ferner werden alle Möglichkeiten der Kompetition (Konkurrenz) zwischen T. s. elegans und einheimischen Arten einleitend gelistet (siehe die entsprechende Literatur im WiF-Archiv). Im Weiteren liefern die Autoren eine gute tabellarische Zusammenstellungen der Literatur über die Helminthenübertragung von T. s. elegans auf europäische Arten ebenso wie umgekehrt von europäischen Arten auf T. s. elegans. Insofern ein hilfreicher Überblick über die Literatur der nicht nur auf wildlebende Populationen sondern auch die Übertragungswege bei der Haltung überwiegend in Zoos mit einbezieht.

Literatur

Abstract und Kommentar stehen auch in der Rubrik Wissenschaft im Fokus in Schildkröten im Fokus 15(2): 24-25, 2018.

Jennemann, G. & Bidmon, H.-J. (2009) Infektionen mit Blutparasiten aus der Familie der Spirorchiidae bei Emys orbicularis in Deutschland – auch eine potentielle Bedrohung für die letzten einheimischen Vorkommen der Art? Schildkröten im Fokus, Bergheim 6 (2) 2009: 3–18.

Meyer, L., L. Du Preez, E. Bonneau, L. Heritier, M. F. Quintana, A. Valdeon, A. Sadaoui, N. Kechemir-Issad, C. Palacios & O. Verneau (2015): Parasite host-switching from the invasive American red-eared slider, Trachemys scripta elegans, to the native Mediterranean pond turtle, Mauremys leprosa, in natural environments. – AQUATIC INVASIONS, 10: 79–91 oder Abstract-Archiv.

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