Cook, C. A., N. J. Smit & A. J. Davies (2009): A redescription of Haemogregarina fitzsimonsi Dias, 1953 and some comments on Haemogregarina parvula Dias, 1953 (Adeleorina: Haemogregarinidae) from southern African tortoises (Cryptodira: Testudinidae), with new host data and distribution records. – Folia Parasitologica 56 (3): 173-179.

Eine Wiederbeschreibung von Haemogregarina fitzsimonsi Dias, 1953 und einige Kommentare zu Haemogregarina parvula Dias, 1953 (Adeleorina: Haemogregarinidae) aus dem südlichen afrikanischen Landschildkröten (Cryptodira: Testudinidae), mit neuen Wirtsdaten und Verbreitungsangaben

Blutausstriche von 154 wild lebenden und in Gefangenschaft gehaltenen Landschildkröten aus vier Provinzen Südafrikas einschließlich Gauteng, Kwazulu-Natal, des nordwestlichen und westlichen Kaps wurden untersucht. Die fünf untersuchten Schildkrötenspezies waren Chersina angulata (Schweigger), Kinixys belliana belliana (Gray), K. lobatsiana Power, K. natalensis, Hewitt und Stigmochelys pardalis (Bell). Zwei Spezies von Haemogregarinen, die zuvor aus Mozambique bekannt waren, wurden nachgewiesen, nämlich Haemogregarina fitzsimonsi Dias, 1953 und Haemogregarina parvula Dias, 1953. Zusätzlich wurden die Entwicklungsstadien (Trophozoiten und vermutlich Meronten, Merozoiten und unreife Gamonten) in den Blutausstrichen der südafrikanischen Schildkröten untersucht, die eine Wiederbeschreibung von H. fitzsimonsi nahe legen. Eine Vielfalt von Wirten und ein weites Verbreitungsgebiet der Wirtsarten wurde für diese Haemogregarine nachgewiesen, die in allen fünf Schildkrötenarten parasitiert und zwar sowohl in den wild lebenden wie auch bei denen in Gefangenschaftshaltung aus allen vier Provinzen. Der Befall war zu allen Jahreszeiten nachweisbar. Im Gegensatz zu diesen häufigen Befunden wurde nur bei zwei Individuen von K. b. belliana und bei einer S. pardalis, alle drei aus einer Gefangenschaftshaltung in Kwazulu-Natal, H. parvula und eingekapselte Stadien, die jenen von Hemolivia mauritanica (Sergent & Sergent, 1904) entsprachen, nachgewiesen. Bei H. fitzsimonsi war die Parasitenprävalenz nicht aber die Parasitaemia signifikant höher bei S. pardalis aus Gefangenschaftshaltungen im Vergleich zu wild lebenden Tieren. Ebenso zeigten in Gefangenschaft gehaltene weibliche S. pardalis eine signifikant höhere Befallsrate als die Männchen, aber jüngere leichtere Wirte waren nicht signifikant stärker befallen als größere schwere Individuen. Die Zecken Amblyomma marmoreum Koch, 1844 und A. sylvaticum (De Geer, 1778), wurden an einigen Landschildkröten gefunden und könnten sich als Endwirte für diese beiden Haemogregarinenarten herausstellen.

Kommentar von H.-J. Bidmon

Diese Arbeit zeigt einem deutlich, womit man bei Importtieren dieser Arten zu rechnen hat, wobei es fast schon egal ist, ob es sich um Wildfänge oder Nachzuchten handelt. Insbesondere die hohe Befallsrate bei S. pardalis Weibchen sollte aufhorchen lassen. Wenn man bedenkt, wie lange Hämogregarinenstadien auch außerhalb des Verbreitungsgebiet in den befallenen Schildkröten unter Umständen überdauern können (siehe auch Siroky et al. 2004 oder SiF 3/2005) sollte man sich schon fragen, ob die Ausfälle bei Importtieren nicht auch dadurch herrühren können. Ferner sollte man sich auch fragen, wie wirtsspezifisch sind diese Hämogregarienen in Bezug zu Zecken wirklich, denn letztendlich ist auch nie auszuschließen, dass sich auch hier oder zumindest in Südeuropa Zecken finden könnten, die sie als Wirte zur Vermehrung nutzen könnten.

Literatur

Siroky, P., M. Kamler, & D. Modry (2004): Long-term occurrence of Hemolivia cf. mauritanica (Apicomplexa: Adeleina: Haemogregarinidae) in captive Testudo marginata (Reptilia: Testudinidae): Evidence for cyclic merogony? – Journal of Parasitology 90: 1391-1393.

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