Chaloupka, M., D. Parker & G. Balazs (2004): Modelling post-release mortality of loggerhead sea turtles exposed to the Hawaii-based pelagic longline fishery. – Marine Ecology – Progress Series 280: 285-293.

Modellerstellung bezüglich der Sterblichkeit von Unechten Karettschildkröten nach der Freilassung aus der von Hawaii ausgehenden Langnetz-Tiefseefischerei

Die Unechte Karettschildkröte, Caretta caretta, ist eine bedrohte Art und durch Menschen verursachten Gefährdungen wie Tiefseefischerei ausgesetzt. Viele Unechte Karettschildkröten, die in Schleppnetzen gefangen werden, sind noch am Lebenn wenn sie befreit werden, aber wahrscheinlich sterben viele kurze Zeit später an Verletzungen durch Haken oder Verstrickungen der Leinen. Stabile Schätzungen der Sterblichkeit nach der Freilassung sind essenziell für Bestandsschätzungen, und eine Abschätzung des Nutzens einer Freilassung von Schildkröten, die lebend gefangen wurden, sind bis jetzt für keine Schildkrötenart verfügbar. Hier wurde die Mortalität nach der Freilassung von 40 Unechten Karettschildkröten untersucht, die in der von Hawaii ausgehenden Langnetz-Tiefsee-Fischerei gefangen wurden, indem Satellitentelemetrie verwendet wurde, die von der staatlichen Marine und Fischerei Behörde National Marine Fisheries Service (NMFS) als Beobachtungsprogramm entwickelt wurde. Wir modellierten Zeit-Fehler-(Tod)-Beziehungen für alle Transmitterdaten, indem wir ein nicht-parametrisches statististisches Modell (Kaplan-Meier-Turnbull-Modell, für lokale Regression) benutzten, um Überlebens- und Gefährdungsfunktionen für leicht und tief angehakte Unechte Karettschildkröten abzuleiten. Für die ersten 90 Tage nach Freilassung ergab sich ein signifikanter Unterschied zwischen den Überlebensfunktionen (Überlebensraten) für leicht und tief angehakte Unechte Karettschildkröten, aber es ergab sich kein Unterschied zwischen den Überlebensfunktionen nach dieser Periode. Allerdings, die Satellitentransmitter hatten aus vielen Gründen Fehlfunktionen (Defekte, Batteriefehler, Transmitterverlust, Tod der Schildkröte), was zur Detektion einer falschen „Gefährdungsfunktion“ (Ausfall, Tod) führte, die zur Vermischung von unterschiedlichen Risiken (tatsächlicher Tod versus Transmitterfehler) führte. Deshalb kamen wir zu dem Ergebnis, dass es nicht möglich ist, anhand dieser Methodik eine korrekte Mortalitätsrate nach der Freilassung abzuleiten, solange die Ursachen für jegliche Übertragungsfehler bekannt sind, was nur selten der Fall ist. Wir diskutieren ein anderes Überwachungsdesign und Veränderungen der statistischen Modellierungsmodelle zur Evaluation der Überlebensraten nach Freilassung für zukünftige radiotelemetrische Studien.

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