Cablk, M. E., J. C. Sagebiel, J. S. Heaton & C. Valentin (2008): Olfaction-based detection distance: A quantitative analysis of how far away dogs recognize tortoise odor and follow it to source. – Sensors 8: 2208-2222.

Eine auf dem Geruch basierende Detektionsdistanz: Eine quantitative Analyse auf welche Entfernung Hunde Landschildkrötengeruch aufnehmen und bis zum Ausgangspunkt verfolgen können

Der Gebrauch von Spürhunden hat sich als eine effektive und sichere Maßnahme zum Auffinden von Mojave Wüstenschildkröten erwiesen, die gewisse Vorteile gegenüber der von Menschen durchgeführten Erhebungen bietet. Im Gegensatz zum Menschen, der allein auf visuelle Signale anspricht, benutzen Hunde vorwiegend ihren Geruchssinn und finden deshalb auch die Schildkröten, die für den Menschen unsichtbar bleiben. Eine der Schlüsselvorteile der Suche mit Hunden ist auch, dass Hunde sehr effizient in der Lage sind, große Flächen abzusuchen und Schildkröten schon über große Entfernungen auszumachen. Hunde inspizieren zwar auch ihr Zielobjekt visuell, können aber das Vorhandensein eines Zielobjekts auch nur über den Geruch verifizieren. Alles, was einen Geruch abgibt, tut dies mittels der Dampfphase, in der sich der Geruch oder Geruchskomponenten befinden, und die sich in Form einer Wolke in der Atmosphäre ausbreitet. Es ist also die Fähigkeit, den Geruch eines Zielobjekts wahrzunehmen und diesem Geruch bis zum Ziel zu folgen, was Hunde für den Einsatz im Freiland so ideal macht. Wir benutzten also Landschildkröten als Zielobjekte und wir vermaßen dann die Distanzen, über die hinweg Hunde deren Geruch wahrnehmen und ihm bis zum Ziel folgen sowie die Schildkröte korrekt identifizieren konnten. Die Detektionsdistanzen wurden während der Experimente mittels der GPS-Technologie gesammelt und mit einem Geographischen-Informationssysten (GIS) und Modellierungstechniken ausgewertet. Die Detektionsdistanzen reichten von 0,5 m bis zu 62,8 m für Landschildkröten auf der Erdoberfläche. Wir fanden keine Beeinflussung der Detektionsdistanzen durch die Größe, das Geschlecht, die Alterklasse oder das Ausmaß der Behandlung der Schildkröten, bevor sie von den Hunden zu suchen waren. Die Methode, die wir zur Quantifizierung der geruchsbasierten Detektionsentfernung entwickelten, kann auch für andere durch Hunde aufzufindende Zielobjekte eingesetzt werden.

Kommentar von H.-J. Bidmon

Den letzten Satz dieser Zusammenfassung hätte man sich fast sparen können, denn dass Hunde nicht nur Schildkröten suchen können, leuchtet auch so ein. Die relativ großen Unterschiede in den Detektionsdistanzen erklären sich aus den unterschiedlichen Detektionsbedingungen in verschieden Landschaftsformen und bei unterschiedlichen Witterungsbedingungen, die die Geruchsausbreitung beeinflussen. Vielleicht eine lohnende Aufgabe für Schildkrötenhalter mit Riesengrundstück und Hund einmal die gehegelose Haltung unter Aufsicht eines Spür- und Hütehunds zu erproben.

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