Broggi, M. F. (2012): The Balkan Terrapin Mauremys rivulata (Valenciennes, 1833), in the Aegean islands. Threats, conservation aspects and the situation on the island of Kea (Cyclades) as a case study (Testudines: Geoemydidae). – Herpetozoa 24 (3–4): 149–163.

Die Balkan-Teichschildkröte, Mauremys rivulata (Valenciennes, 1833) auf den ägäischen Inseln. Gefährdung, Erhaltungsaspekte und die Situation auf der Insel Kea (Cycladen) als ein Fallbeispiel (Testudines: Geoemydidae).

Anhand von Beobachtungen des Autors in der ägäischen Region wird die Westkaspische Teichschildkröte vorgestellt, wozu auch Angaben aus der Literatur herangezogen werden. Darüber hinaus werden historische Berichte mit der derzeitigen Situation verglichen. Innerhalb ihres riesigen Verbreitungsgebiets über weite Teile Südosteuropas und im westlichen Teil Kleinasiens hat die Art aufgrund des Verlusts an Feuchtgebieten während der letzten Jahrzehnte erhebliche Populationsverluste erlitten. Mauremys rivulata (Valenciennes, 1833) ist ein Reptil, dessen Verbreitung nicht mit dem geologischen Grabensystem übereinstimmt, da die Art auch über den gesamten ägäischen Archipel verteilt vorkommt. Heute ist das Vorkommen der Art für 29 griechische und zwei türkische Inseln belegt. In dieser Arbeit wird die derzeitige Situation der Art auf der Insel Kea (Cycladen) als ein Beispiel benutzt, um die Verbreitung und die ökologischen Bedingungen zu diskutieren und die Gefährdungen für das Überleben von M. rivulata zu schildern.
Ihre bevorzugten Habitate befinden sich in den Mündungen (Deltas) von Flüssen und Bächen, die zunehmend durch den Menschen intensiv genutzt werden (z. B. Tourismus, Bebauung oder intensive Landwirtschaft). In Anlehnung an eine vom WWF Griechenland durchgeführte Inventarisierung sind solche Feuchtgebiete auf den ägäischen Inseln verhältnismäßig klein. Letzteres macht sie auch anfälliger gegenüber Schädigungen oder gar kompletter Zerstörung. Lokale Populationen der Westkaspischen Teichschildkröte finden sich noch im mittleren und oberen Teil von Bächen und Flüssen auf dieser größten Insel, aber die Bestände sind klein. Im Landesinneren der Insel werden zunehmend Wasserreservoire gebaut, die von den Teichschildkröten besiedelt werden könnten.
Die griechischen Inseln benötigen schnell einzuleitende Naturschutzstrategien zur Erhaltung ihrer Naturressourcen, was insbesondere auf die letzten noch vorhandenen Feuchtgebiete zutrifft. Sie sind für die wassergebundene Herpetofauna und andere spezialisierte Spezies aus Fauna und Flora von größter Bedeutung, beispielsweise auch als Rastplätze für Zugvögel.

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