Bertolero, A. J.-P. Nougarède, M. Cheylan & A. Marín (2007): Breeding traits of Hermann's tortoise Testudo hermanni hermanni in two western populations. – Amphibia-Reptilia 28 (1): 77-85.

Reproduktionsstrategien der westlichen Griechischen Landschildkröte Testudo hermanni hermanni in zwei westlichen Populationen

Über eine Periode von zwei Jahren untersuchten wir mit radiologischen Methoden die Reproduktionsstrategien bei zwei gefährdeten Populationen von Testudo hermanni hermanni. Das Hauptziel der Studie bezog sich auf die Erfassung der Reproduktionsstrategien – Gelegegröße, Gelegeanzahl, jährliche Eiproduktion und Eigröße – die zwischen den beiden Populationen auf Korsika (Frankreich) und dem Ebro Delta (Spanien) variierten, und ob diese Strategien von der Körpergröße der Weibchen und der Regenmenge im Frühjahr mit beeinflusst wurden. Alle analysierten Reproduktionsparameter waren bei der Korsika-Population größer im Vergleich zu jenen aus der Ebro Delta Population Diese Unterschiede blieben auch dann signifikant, wenn wir die Körpergröße der Weibchen als Kovariable benutzten (also einen Korrekturfaktor für die Körpergröße einbezogen). In beiden Populationen hatte die Frühjahrsregenmenge einen Einfluss auf die Reproduktionsparameter mit Ausnahme der Gelegegröße. Trotzdem beobachteten wir nur für die korsische Population einen signifikanten Anstieg der Gelegehäufigkeit, der jährlichen Eiproduktion und der Eigröße in dem Jahr, das mit einem feuchten Frühling begann. Im Gegensatz zu den Vorhersagen der „Optimal Propagule Size Theorie“, (die besagt, dass eine optimale - ökologische (das ist der entscheidende Punkt) – Größe eingehalten wird) fanden wir, dass die Eigröße und die Gelegegröße mit der Größe der jeweiligen Muttertiere zunahm, wobei beide Variablen (Eigröße, Gelegegröße) unabhängig voneinander waren. Andererseits war die Gelegehäufigkeit nicht mit der Körpergröße der Weibchen assoziiert. Somit ergab sich für die westliche Griechische Landschildkröte, da die Gelegegröße nicht zwischen den Jahren schwankte und die Gelegehäufigkeit unabhängig von der Körpergröße der Weibchen war, dass alle Weibchen dazu in der Lage waren, ihre jährliche Reproduktionsrate unter guten Umweltbedingungen durch eine Erhöhung der Gelegeanzahl (Gelegehäufigkeit) zu steigern. Nichtsdestotrotz mögen auch andere Faktoren neben der Körpergröße der Weibchen und der Regenmenge einen Einfluss auf die hoch komplexen Unterschiede in Bezug auf die Reproduktionsstrategien zwischen Populationen haben.

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