Bennet, E. L. (2011): Another inconvenient truth: the failure of enforcement systems to save charismatic species. – Fauna & Flora International. – Oryx, doi:10.1017/S003060531000178X.

Eine weitere unbequeme Wahrheit: Das Versagen der Kontrollsysteme bei der Erhaltung charismatischer Spezies.

Trotz der signifikanten Fortschritte im Verständnis, wie Spezies zu erhalten wären, schaffen wir es nicht, einige der beliebten und charismatischsten Arten zu erhalten, da es immer noch zu Populationsverlusten, zum Schrumpfen der Verbreitungshabitate sowie zur Ausrottung von Unterarten kommt. Der ursächliche Grund dafür ist die anhaltende illegale Jagd und der illegale Handel mit wertvollen Körperteilen, die durch hochgradig gut organisierte kriminelle Syndikate durchgeführt wird um die reichen asiatischen Märkte zu versorgen. Die derzeitig eingeführten Kontrollmaßnahmen sind nicht dafür ausgelegt, solche Vergehen einzudämmen und die laxe Kontrolle durch die Regierungen, die niedrige (personelle) Kapazität sowie die inadäquate Ausstattung beschleunigen den Handel eher. Um diese Arten zu schützen, müssen solche Vergehen als ein schwerer Straftatbestand behandelt werden, zu dessen Bekämpfung dann auch adäquate Mittel und ausgebildetes, mit entsprechenden technologischen Möglichkeiten ausgestattetes Personal eingesetzt werden sollte. Die Erfolg versprechende Eindämmung dieses Handels bedarf der Mitwirkung von Regierungen und Nicht-Regierungsorganisationen und erfordert die Unterstützung durch die Zivilbevölkerung.

Kommentar von H.-J. Bidmon

Das Problem liegt meiner Meinung nach nicht im Versagen der Kontrollbehörden, denn man hat es bislang in keiner Gesellschaft geschafft allein über noch so ausgefeilte Kontrollinstanzen Verbrechen und Ordnungswidrigkeiten jeglicher Art zu verhindern. Zumal solche Kontrollinstanzen teuer sind und man sie sich leisten können muss. Außerdem sind solche Kontrollinstanzen immer und weltweit von der politischen Lage abhängig oder meinen Sie z. B. dass der derzeitig amtierende Übergangsrat in Libyen auf seiner Prioritätenliste den Schutz von Testudo kleinmanni stehen hätte? Auch die Unterstützung der Gesellschaft kann man nur dort einfordern, wo die Bevölkerung nicht hungert, denn wem wollte man verbieten, auch geschützte Spezies als Nahrung oder als Zusatzeinkommen zu nutzen. Hier kann doch eigentlich nur internationales Handeln im Sinne von Lebensqualitätssteigerung helfen, denn wir sollten nicht vergessen, dass die meisten der bedrohten so genannten charismatischen Spezies in Ländern leben, die zu den ärmsten der Welt zählen (z.B. Butan; Madagaskar, Myanmar etc.).

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