Aresco, M. J. & M. S. Gunzburger (2007): Ecology and morphology of Chelydra serpentina in northwestern Florida. – Southeastern Naturalist 6 (3): 435-448.

Ökologie und Morphologie von Chelydra serpentina im nordwestlichen Florida

Chelydra serpentina (Schnappschildkröte) ist eine weit verbreitete und oft auch häufige Schildkröte in den östlichen Bundesstaaten der USA. Dennoch ist relativ wenig über die Grundlagen ihrer Ökologie im Südosten bekannt. Das Ziel unserer Studie war es, die Ökologie und Populationsbiologie zu untersuchen und die Morphologie der Schnappschildkröten im nordöstlichen Florida zu beschreiben. Wir sammelten sehr umfangreiche Daten in fünf Lokalitäten in Leon County, Florida, unter Einsatz von Fallen und durch das persönliches Einfangen der Tiere (n = 111), zudem nutzten wir auch die Daten von zufällig gefunden Tieren, die im Rahmen anderer Studien anfielen (n = 11). Die Analyse von sieben morphologischen Charakteren von einer Untergruppe der Tiere zeigte, dass sie eine Zwischenstellung von C. s. serpentina und C. s. osceola darstellen. Die ermittelte Wachstumsrate lag bei 20 mm Carapaxlänge (CL) pro Jahr, wobei die Weibchen mit einer CL von 220 mm (Plastronlänge 156 mm, ungefähres Alter 6-8 Jahre) geschlechtsreif waren. Männchen (CL-Durchschnitt = 299 +/- 6 mm) wurden länger als Weibchen (CL-Durchschnitt = 270 +/- 5 mm), und das Geschlechterverhältnis lag bei 1:1. Die Nahrung bestand überwiegend aus aquatischen Pflanzen (n = 4). Nistende Weibchen wurden Anfang April bis Mitte Mai beobachtet und die Gelegegröße schwankte zwischen 4-49 Eiern (n = 3). Die Vorkommenshäufigkeit schwankte zwischen den fünf Lokalitäten und war am höchsten in kleinen siedlungsnahen Teichen mit dichter Wasserpflanzen-Vegetation und einer dicken Schicht von organischen Sedimenten, in denen keine Alligatoren lebten (durchschnittlich 16 Individuen/Hektar). Im nordwestlichen Florida wird die Verbreitung und Dichte der Schnappschildkrötenpopulationen im wesentlichen durch die Bejagung durch Alligatoren und Menschen und durch ihre eigene Reproduktionsrate bestimmt.

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