Andres, K. M. & R. M. Chambers (2006): A test of philopatry by common musk turtles. – American Midland Naturalist 156 (1): 45-51.

Ein Test zum Rückkehrverhalten von Moschusschildkröten

Wir testeten in einem See in Virginia für 9 Wochen während des Sommers 2003, ob die Gemeine Moschusschildkröte, Sternotherus odoratus zu ihrem Ursprungsort zurückwandern kann. Dazu wurden an 10 Fangstellen im Uferbereich Krabbenreusen ohne Köder ausgelegt und täglich untersucht, wobei insgesamt 560 Fänge registriert wurden. An den zwei Fangstellen, die mit 1,1 km am weitesten von einander entfernt lagen, wurden die dort ursprünglich gefangen Tiere markiert und an der genau entgegengesetzten Stelle ausgesetzt, während die Moschusschildkröten, die an den 8 dazwischen liegenden Reusen gefangen wurden, am gleichen Ort wiederausgesetzt wurden. Von 287 gefangenen Schildkröten, die an ihrer Fangstelle wiederausgesetzt wurden, wurden 57 wieder gefangen und 43 davon an der gleichen Stelle. Von 140 gefangen Schildkröten, die in 1,1 km Entfernung zum Fangort ausgesetzt wurden, wurden 76 wieder gefangen, wobei 15 Schildkröten am ursprünglichen Fangort wieder gefangen wurden. Die Schildkröten wanderten signifikant mehr, wenn sie nicht am Ursprungsort wiederausgesetzt wurden, wobei Männchen häufiger wanderten als Weibchen, dabei jedoch keine weitere Strecken zurücklegten als Letztere. Diese Daten belegen, dass S. odoratus zum Heimkehrverhalten (Homing) befähigt ist und dass Standorttreue sowohl bei Weibchen wie Männchen beobachtet wird. Daraus lässt sich schließen, dass in einem See, in dem das Geschlechterverhältnis für diese Art bei ungefähr 1:1 liegt, das Heimkehrverhalten dazu dient, die angestammten Territorien wieder zu besiedeln, so dass sich ableiten lässt, dass die Tiere individuelle, diskrete Territorien entlang der Uferzone haben.

Kommentar von H.-J. Bidmon

Siehe auch Smar & Chambers (2005): Southeastern Naturalist 4 (3): 527-532 oder Abstract-Archiv.

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