Agha M., Augustine B., Lovich J. E., Delaney D., Sinervo B., Murphy M. O., Ennen J. R., Briggs J. R., Cooper R. & S. J. Price (2015) Using motion-sensor camera technology to infer seasonal activity and thermal niche of the desert tortoise (Gopherus agassizii). – Journal of Thermal Biology, 49-50:119-126.

Der Einsatz von Bewegungsmelder-gesteuerter Kameratechnologie zur Aufklärung der saisonalen Aktivität und der thermischen Nischen bei der Wüstengopherschildkröte (Gopherus agassizii).

Das Verständnis über die Beziehungen zwischen den Umweltvariablen und der Wildtieraktivität ist eine wesentliche Voraussetzung für ein erfolgreiches Management. Die Wüstengopherschildkröte (Gopherus agassizii) ist eine bedrohte Spezies der trockenen Regionen im Südwesten der USA die aufgrund des derzeitigen Erwärmungstrends zunehmend eingeschränktere Zeitfenster für ihre Akivitäten vorfindet. Im Sommer 2013 platzierten wir 48 über Bewegungssensoren-gesteuerte Kameras an den Eingängen der Schildkrötenhöhlen um die Einflüsse von Temperatur, Geschlecht, und Tag des Jahres (Zeit) auf deren Aktivität zu untersuchen. Unter der Verwendung von generalisierten Abschätzungsgleichungen fanden wir heraus, dass die relativen Möglichkeiten für Aktivitätsphasen mit der Temperatur in Bezug stehen und zwar sowohl linear wie auch quadratisch und dazu kommen dann noch das Geschlecht und die Jahreszeit (Tag des Jahres). Der Einbezug des Geschlechts zeigte klar, das männliche Schildkröten gewöhnlich aktiver sind als Weibchen. Die Temperatur hatte eine quadratische Auswirkung was nahe legt, dass die Aktivitätszunahmen von einer gewissen Spannbreite an Temperaturen gesteuert werden. Zudem fanden wir einen signifikanten Zusammenhang zwischen dem Geschlecht und dem jeweiligen Tag des Jahres (Jahreszeit) wobei sowohl das Geschlecht als auch die Temperatur zur Vorhersage für eine mögliche Aktivitätsphase herangezogen werden können. Unter Verwendung unserer Modelle waren wir in der Lage eine genaue Abschätzung vorzunehmen bei welcher Lufttemperatur und zu welcher Zeit (Tage und Stunden) maximale Aktivität in unserer Studienregion zu beobachten ist. Da die Landschildkrötenaktivität durch Umweltbedingungen wie die Temperatur bestimmt werden, wird es zunehmend wichtiger Studien durchzuführen die zeigen wie die Schildkröten ihre Aktivitätsphasen innerhalb der Sonorawüste regional verschieden anzupassen, um ein besseres Verständnis dafür zu entwickeln wie sich der Klimawandel auf sie auswirkt.

Kommentar von H.-J. Bidmon

Diese Modelle haben wirklich mal den Vorteil, dass sie für Langzeitprognosen genutzt werden können, da sie wirklich anhand natürlicher und exakter Freilandbeobachtung anhand von realen Daten abgeglichen worden sind und somit wirkliche Einschätzungsmöglichkeiten bieten.

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