Abbazzi, L., S. Carboni, M. Delfino, G. Gallai, L. Lecca & L. Rook (2008): Fossil vertebrates (Mammalia and Reptilia) from Capo Mannu Formation (Late Pliocene, Sardinia, Italy), with description of a new Testudo (Chelonii, Testudinidae) species. – Revista Italiana di Paleontologia e Stratigrafia 114: 119-132.

Fossile Wirbeltiere (Säuger und Reptilien) aus der Capo Mannu Formation (Spätes Pliozän, Sardinien, Italien) einschließlich der Beschreibung einer neuen Testudo (Chelonii, Testudinidae) Spezies

Im Nord-Westen der Halbinsel Sinis (Westliches Sardinien) gibt es eine stratigraphische Sequenz (Formation, Fm), die Capo Mannu Fm., die sich vom Marin-littoral (Küstensaum) bis zu den kontinentalen Dünen erstreckt. Eine besondere Wirbeltierfauna wurde im mittleren Teil des küstennahen Dünenkomplex entdeckt. Diese neuen Funde wurden als die Capo Mannu D4 Lokalfauna beschrieben, die etwas jünger in der Sedimentabfolge ist als die Lokalfauna die aus der Literatur als Mandriola und später als Capo Mannu D1 Lokalfauna bezeichnet wurde.
Die Wirbeltierfunde aus der Capo Mannu D4 beinhalten auch Reptilien (Chelonii) und Säugetiere (Bovidae und Suidae). Die Landschildkrötenfossilien zeigen in ihrer Form Besonderheiten, die es als notwendig erachten lassen, eine neue Testudo-Spezies zu benennen. Das Material der Suidae (Schweine) beinhaltet ein Fragment des Palatums, Teile der Mandibeln, die der endemischen Art Sus sondaari zugeordnet werden konnten. Die Bovidae sind zahlreich in den Funden vertreten, obwohl auch hier meist nur Fragmente vorliegen. Sie konnten im Wesentlichen zwei Formen zugeordnet werden. Eine Form ist vergleichbar mit der Morphologie des Nesogoral, einem besonders charakteristischen endemischen Taxon für Sardinien aus dem späten Pliozäns und frühen Pleistozäns (Der sogenannte endemische „Nesogoral Komplex“). Insgesamt eröffnet die Capo Mannu D4 Fundsammlungen neue Einblicke in die plio-pleistozäne, terrestrische Inselfauna Sardiniens.