Vilardell, A., X. Capalleras, J. Budo, F. Molist & P. Pons (2008): Test of the efficacy of two chemical repellents in the control of Hermann's tortoise nest predation. – European Journal of Wildlife Research 54 (4): 745-748.

Das Testen der Effizienz von zwei chemischen Repellents zur Verhinderung der Nestplünderung bei der Griechischen Landschildkröte

Das Überleben der kleinen natürlichen Population der Westlichen Griechischen Landschildkröte, Testudo hermanni hermanni im Albera Naturreservat ist durch Nestplünderungen sehr gefährdet. Unser initiales Ziel war es, die Effektivität von kommerziellen chemischen Abwehrstoffen, die gegen karnivore Räuber gerichtet waren, darauf hin zu testen, inwieweit sie die Nesträuberei verhindern können. Insgesamt wurden 128 künstliche Nester, die mit Wachteleiern bestückt wurden, in acht Arealen zu je 625 m2 verteilt. In vier der acht Areale wurden die Nester mit Repellent gesichert, und vier Areale dienten als Kontrollareale. Alle Areale lagen innerhalb des natürlichen Nistgebiets der Albera-Schildkröten und jedes Areal enthielt 16 Nester. Alle Nester, einschließlich der durch Repellent geschützten, waren innerhalb von nur 4 Tagen geplündert. In Anlehnung an die Tatsache, dass Wildschweine Sus scrofa hauptsächliche Verursacher der Nestplünderungen waren, entschieden wir uns, ein zweites Experiment zu machen (n=160 künstliche Nester, 20 Nester/Areal), wobei die Wirkung eines Wildschwein spezifischen Abwehrstoffs zusammen mit dem zuerst eingesetzten Repellent getestet wurde. Der einzige Effekt des kombinierten Repellenteinsatzes war darin zu erkennen, dass es etwas länger dauerte, bis alle Nester geplündert waren, und auch hier waren fast alle Nester nach 4 Tagen geplündert. Wir fanden, dass beide Abwehrstoffe keinen zufriedenstellenden Einfluss auf die Nestplünderungen hatten und somit bleibt nur nach weiteren Möglichkeiten zum Nestschutz zu suchen.

Kommentar von H.-J. Bidmon

Vielleicht sollte man für Wildschweine die Wilderei wieder freigeben, wenn die entsprechenden Jagdaufseher mit der Populationskontrolle nicht nachkommen. Wenn es nicht so ernst wäre, könnte man auch an molekularbiologische Methoden denken. In der ehemaligen DDR soll einmal zur Verminderung der volkswirtschaftlich wichtigen Wildschäden eine Kartoffelsorte gezüchtet worden sein, die selbst vor Wildschweinen sicher war. Ihr Nachteil, auch der Mensch wollte sie nicht mehr verzehren. Sollte aber das genetische Material dieser Sorte noch verfügbar sein, könnte man vielleicht die Schildkröten mit den entsprechenden Genen ausstatten, so dass sie selbst in der Lage wären, ihren Eiern dieses abschreckende Geschmackserlebnis mit auf den Weg zugeben.

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