Stringer - 2009 - 01

Stringer, E. M., M. M. Garner, J. S. Proudfoot, J. C. Ramer, M. R. Bowman, H. G. Heng & D. S. Bradway (2009): Phaeohyphomycosis of the carapace in an Aldabra tortoise (Geochelone gigantea). – Journal of Zoo and Wildlife Medicine 40(1): 160-167.

Phaeohypomycosis am Carapax bei einer Aldabraschildkröte (Geochelone gigantea).

DOI: 10.1638/2008-0035.1 ➚

Aldabra-Riesenschildkröte, Aldabrachelys gigantea, – © Hans-Jürgen Bidmon
Aldabra-Riesenschildkröte,
Aldabrachelys gigantea,
© Hans-Jürgen Bidmon

Eine adulte Aldabra-Riesenschildkröte (Geochelone gigantea) wurde mit einem tiefen seitlichen Carapaxareal vorgestellt. Die histologische Untersuchung einer Biopsie aus dieser Region zeigte eine Phaeohyphomykose der oberflächlichen Hornschichten. Die Erkrankung zeigte ein progressives schnelles Fortschreiten und breitete sich in andere Regionen aus. Nach einigen Wochen, in denen man die Wunde von befallenem Gewebe reinigte, zeigte sich, dass auch der Knochen bis in seine Tiefe infiziert war, was sich auch in der Histologie nachweisen ließ. Eine Pilzkultur wurde angelegt, was dahingehend erfolglos war, weil der infektiöse Pilz nicht nachgewiesen werden konnte. Mit der Polymerasekettenreaktion unter Benutzung der DNS aus den für die Histologie fixierten Parafinblöcken konnte der Pilz als Exophiala oligosperma identifiziert werden. Die initiale Behandlung bestand weiterhin aus dem wöchentlichen Entfernen des erkrankten Gewebes und der oralen und topicalen Gabe von Fungiziden. Ein nuklearer, szintigraphischer Knochenscan wurde durchgeführt, um das Ausmaß und den Status der Infektion abzuklären. Multiple Foci, die die Aufnahme des Radiomarkers anzeigten, waren im Carapax vorhanden und zeigten das Vorhandensein von noch aktiven Läsionen. Die Schildkröte wurde mit Antifungalmedikamenten oral weiterbehandelt, und es ließ sich beobachten, dass die aktiven Läsionen über die folgenden Monate zurückgingen. Ein nach einem Jahr nach Erstvorstellung durchgeführter Wiederholungsscan zeigte eine deutliche Abnahme der aktiven Läsionen, was anzeigte, dass die tiefen Läsionen auf die Behandlung ansprachen. Phaeohyphomycose sollte bei der differentiellen Diagnose von Fällen von Panzerläsionen bei Schildkröten mit in Betracht gezogen werden.

Kommentar von H.-J. Bidmon

Vielleicht hätte eine anfängliche Reinigung und H2O2-Behandlung der oberflächlichen Läsionen die Ausweitung der Mykose etwas schneller eingeschränkt und zum Abklingen gebracht.

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