Sim - 2014 - 01

Sim, R. R., T. M. Norton, E. Bronson, M. C. Allender, N. Stedman, A. L. Childress & J. F. Wellehan, Jr. (2014): Identification of a novel herpesvirus in captive Eastern box turtles (Terrapene carolina carolina). – Veterinary Microbiology 175(2-4): 218-223.

Identifikation eines neuen Herpesvirus bei in menschlicher Obhut gehaltenen Östlichen Dosenschildkröten (Terrapene carolina carolina).

DOI: 10.1016/j.vetmic.2014.11.029 ➚

Carolina-Dosenschildkröte, Terrapene carolina, – © Hans-Jürgen Bidmon
Carolina-Dosenschildkröte,
Terrapene carolina,
© Hans-Jürgen Bidmon

Herpesviren sind bedeutende Krankheitserreger bei Schildkröten, wobei die häufigsten durch sie verursachten Symptome Erkrankungen in den oberen Atemwegen sowie nekrotisierende Läsionen im oberen Verdauungstrakt darstellen. Es wurden Infektionen mit Herpesviren bei zwei in menschlicher Obhut befindlichen Populationen der Östlichen Dosenschildkröte (Terrapene carolina carolina) unter Verwendung histopathologischer Methoden sowie anhand der Polymerasekettenreaktion (PCR) mit DNS-Sequenzierung festgestellt. Weitere Befunde waren nekrotisierende Läsionen mit eosinophilen bis zu amphophilen intranukleären Einschlusskörperchen, die in den Geweben eines einjährigen Individuums im Januar 2013 vorlagen, welches dann anhand der PCR als Herpesvirus positiv identifiziert wurde. In einer weiteren separaten Gruppe adulter Tiere war eine Vorkommenshäufigkeit für Herpesviren von 58 % mittels der PCR im Juli 2011 aufgezeigt worden. In beiden Fällen wurde ein neuer Herpesvirus, Terrapene-Hherpesvirus 1 (TerHV1) identifiziert, der zudem den ersten Herpesvirus darstellt, der aus der Gattung Terrapene stammt und sequenziert wurde. Im Vergleich zu anderen Herpersviren aus anderen Schildkröten aus der Ordnung der Testudines bildet TerHV1 Cluster innerhalb der Gattung Scutavirus, die eine Unterfamilie der Alphaherpesvirinae darstellt.

Kommentar von H.-J. Bidmon

Krankheitserreger wird es immer geben, und auch Terrapene können somit ein Herpesreservoir darstellen. Aber falls dieser Virus noch nicht hier in Europa angekommen sein sollte, stellt sich doch die Frage, wollen wir das Risiko eingehen, ihn vielleicht auch noch zu importieren? Siehe auch Kommentar zu Halla et al. (2014).

Literatur

Halla, U., R. Korbel, F. Mutschmann & M. Rinder (2014): Blood parasites in reptiles imported to Germany. – Parasitology Research 113(12): 4587-4599 oder Abstract-Archiv.

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