Schneider, A. C., T. W. Arnold, P. W. Huber & T. L. Lewis (2018): An 18-Year Mark-Recapture Study of Wood Turtles (Glyptemys insculpta) in Michigan. – Journal of Herpetology 52(2): 193-200.

Eine über 18 Jahre laufende Markierungs-Wiederfangstudie bei Waldbachschildkröten (Glyptemys insculpta) in Michigan.

DOI: 10.1670/17-063

Waldbachschildkröte, Glyptemys insculpta - © Hans-Jürgen Bidmon
Waldbachschildkröte, Glyptemys insculpta,
Jungtiere in Freilandanlage
© Hans-Jürgen Bidmon

Waldbachschildkröten (Glyptemys insculpta) bewohnen Bäche in bewaldeten Gebieten der mittleren Breitengrade im östlichen Nordamerika wo sie als vom Aussterben bedroht von der International Union for Conservation of Nature IUNC gelistet werden. Allerdings gibt es nur wenige Populationen die als gut untersucht gelten. Wir untersuchten hier eine Population der Waldbachschildkröte in Michigan über 18 Jahre indem wir 260 unterschiedliche Schildkrötenindividuen markierten (146 Weibchen, 88 Männchen, und 26 Juvenile ohne Geschlechtsangabe), einschließlich 118 Schildkröten die wir für ein Jahr oder über mehrere Jahre hinweg mit der Radiotelemetrie überwachten. Wir analysierten unsere Auffindedaten anhand des Cormack-Jolly-Seber Modells und dem MARK-Programm und wir führten eine Populationsgrößenabschätzung mittels des Bayesian-Integration – Populationsmodell durch wobei letzteres eine Kombination aus der Horvitz-Thompson – Abschätzung der jährlichen Populationsgröße, der jährlichen Überlebensratenabschätzung aus den Markierungs-Wiederfangdaten und der sich daraus ergebenden jährlichen Zuwachsrate darstellt. Die jährliche Adultüberlebensrate lag bei 0.970 +/- 0.016 SD und die jährliche Zuwachsrate lag bis zum Alter von 15 Jahren (Durchschnittsalter für den Erstfang) bei 0.0584 +/- 0.019 SD. Über den 18-jährigen Zeitraum der Studie erhöhte sich die abgeschätzte Populationsgröße von 770 (95% CI 631-928) auf 1196 (95% CI 977-1,444) Individuen.

Kommentar von H.-J. Bidmon

Zum Glück wiedermal eine der seltenen Langzeitstudien, die zudem noch sehr zuversichtlich stimmende Ergebnisse bezgl. der Bestandserholung aufzeigt. Ja, vielleicht sogar ein Ergebnis, dass gerade dadurch zustande kam. Denn wie Prof. Litzgus mal beschrieb hatte sie ja bei früheren Studien einen Großteil der Untersuchungspopulation nach der ersten Publikation verloren, da die Lokalität sehr wahrscheinlich abgesammelt wurde, denn die Tiere verschwanden ohne dass man verstorbene Exemplare ausfindig machen konnte (siehe Bidmon, 2017). So bleibt zu hoffen, dass Gleiches nicht auch hier passiert, denn wie die Studie zeigt sind die Bedingungen so gut, dass eine Bestandsabnahme nicht unbedingt auf den oftmals angeführten negativen Habitatveränderungen beruhen dürfte.

Literatur

Bidmon, H.-J. (2017) Kommentar zu: Warwick, C., A. Pliny,  M. Jessop, E. Nicholas, P. Arena & A. Lambiris (2017) Future of keeping pet reptiles and amphibians: animal welfare and public health perspective. Veterinary Record 181(17): 454-455 oder Abstract-Archiv.

 

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