Riedle, J. D., P. C. Rosen, R. T. Kazmaier, P. Holm & C. A. Jones (2012): Conservation Status of an Endemic Kinosternid, Kinosternon sonoriense longifemorale, in Arizona. – Chelonian Conservation and Biology 11(2): 182–189.

Erhaltungsstatus für eine endemische Kinosternidae, Kinosternon sonoriense longifemorale in Arizona.

DOI: 10.2744/CCB-0982.1

Die Sonoyta-Klappschildkröte (Kinosternon sonoriense longifemorale) ist ein Mitglied der einzigartigen Wüstenbachfauna, die sehr isoliert entlang der Rio Sonoyta Wasserscheide in der nördlichen Sonorawüste Mexikos und dem südlichen Arizona zu finden ist. Diese Unterart gibt es noch an sechs Lokalitäten entlang des Sonoyta-Flusses, in einem Tümpel bei Quitovac in der Sonora und in einem Teich bei Quitobaquito Springs am Organ Pipe Cactus National Monument in Arizona. Seit Mitte der 1980er Jahre lagen die Populationsabschätzungen der USA Vorkommen bei 39 bis 153 Individuen. In 2006–2007 begann der einst von Menschen errichtete Quitobaquito-Teich Wasser zu verlieren und es begannen Diskussionen darüber, wie das Schicksal der dortigen Population aussehen würde. Während dreier Rettungsaktionen wurden alle auffindbaren Sonoyta-Klappschildkröten eingefangen und in einer temporären Erhaltungsstation untergebracht. Da die Minimalzahl an Schildkröten, die für eine erfolgreiche Neuansiedlung notwendig ist, unbekannt war, unternahmen wir eine Populationsüberlebensanalyse (PVA), um die notwendige Anzahl an Sonoyta-Schlammschildkröten zu ermitteln, die in einer Absicherungskolonie zur Arterhaltung gehalten werden sollten. Die Ergebnisse dieser PVA in Einklang mit früheren Arbeiten zeigten, dass der Erfolg einer solchen Maßnahme wesentlich von der Überlebensrate der Jungtiere bestimmt wird, wodurch insbesondere der Übergang von noch nicht reproduktiven zu reproduzierenden adulten Weibchen für das Populationswachstum von Bedeutung ist. Letzteres setzt voraus, dass man eine breite Spanne an Tieren aller Alterklassen in einer Absicherungskolonie als Grundstock erhalten muss.

Kommentar von H.-J. Bidmon

Eine Arbeit, die klar zeigt, dass es nicht nur auf die reine Anzahl an Schildkröten ankommt, sondern auch auf deren Alter. Allerdings auch hierbei ist zu beachten, dass man bei der späteren Zucht innerhalb der Absicherungskolonie auch den Verwandtschaftsgrad der Jungtiere mit berücksichtigt, um die Inzuchtproblematik und die damit eventuell verbundenen Probleme (siehe Velo-Anton et al. 2012) so gering wie möglich zu halten.

Literatur

Velo-Anton, G., C. G. Becker & A. Cordero-Rivera (2012): Turtle Carapace Anomalies: The Roles of Genetic Diversity and Environment. – PLoS One 6(4): e18714 oder Abstract-Archiv.

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