Pedraza-Díaz - 2009 - 01

Pedraza-Díaz, S., L. M. Ortega-Mora, B. A. Carrión, V. Navarro & M. Gómez-Bautista (2009): Molecular characterisation of Cryptosporidium isolates from pet reptiles. – Veterinary Parasitology 160(3-4): 204-210.

Die molekulare Charakterisierung von Cryptosporidium-Isolaten aus Haustierreptilien.

DOI: 10.1016/j.vetpar.2008.11.003 ➚

In dieser Studie untersuchten wir das Vorhandensein von Cryptosporidium in 171 Kotproben von Reptilien, die häufig als Haustiere gehalten werden. Dazu gehörten Echsen der Gattungen Eublepharis, Pogona, Chlamydosaurus, Hemiteconyx, Teratoscincus, Tiliqua, Iguana und Chamaeleo, Schlangen der Gattungen Lampropeltis, Elaphe, Python, Boa und Corallus, sowie Schildkröten der Gattungen Testudo und Kinixys. Cryptosporidium-Oocysten wurden mittels der Immunofluoreszens mit einem käuflichen Kit zur Vermehrung der cryptosporidialen DNS unter Verwendung der polymorphen Fragmente der 18S rDNS und dem HSP70 Locus detektiert. Cryptosporidium wurde in 38,6 % und 25,1 % der analysierten Proben mit der Immunofluoreszencs und PCR nachgewiesen. Die molekulare Charakterisierung der Isolate bestätigte, dass es sich dabei hauptsächlich um die Arten C. serpentis und C. varanii (syn. C. saurophilum) handelte, aber es wurde auch das Vorkommen von C. parvum und C. muris belegt. Ebenso wurden andere Spezies oder Genotypen dieses Parasiten isoliert, einschließlich der für Mäuse typischen Genotypen von Cryptosporidium und jenem, der für Landschildkröten typisch ist, der aber auch kürzlich für andere Reptilien beschrieben wurde. Zusätzlich konnten wir eine Cryptosporidium sp. aus Chamäleons und Pythons isolieren.

Kommentar von H.-J. Bidmon

Auch hier wieder ein klarer Beweis dafür, dass man bei jedem dritten oder vierten Tier, das man sich aus dem Handel holt, mit einer Cryptosporidieninfektion zu rechnen hat. Ob dies gleich zur Erkrankung der Tiere führt, ist nicht gesagt, aber unter den Bedingungen des Eingewöhnungsstresses auch nicht auszuschließen. Es birgt aber immer das Risiko einen einigermaßen stabilen Altbestand mit neuen Genotypen zu infizieren.


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