Palupcikova, K., B. Somerova, T. Protiva, I. Rehak, P. Velensky, P. Hulva, D. Gunalen & D. Frynta (2012): Genetic and shell-shape analyses of Orlitia borneensis (Testudines: Geoemydidae) reveal limited divergence among founders of the European zoo population. – Zootaxa 3280: 56–66.

Genetische und Panzerformanalysen von Orlitia borneensis (Testudines: Geoemydidae) zeigen eine limitierte Divergenz zwischen den Gründertieren der europäischen Zoopopulation.

Die Borneo-Flussschildkröte (Orlitia borneensis) ist eine wenig bekannte Flussschildkröte deren Bestandszahlen sehr schnell in der Natur sinken, obwohl es auf dem Papier strenge Schutzmaßnahmen gibt. Die meisten Individuen der Art, die in europäischen Zoos gehalten werden und die in einem Zuchtprogramm zusammengefasst sind, entstammen einer Beschlagnahme von illegal für Nahrungszwecke gehandelten Tieren, und deren geographische Herkunft ist unbekannt. Diese Studie hatte das Ziel, die genetische und phänotypische Variation bei den Gründertieren dieser gehaltenen Population zu erfassen. Wir sequenzierten das mitochondriale Cytochrome b Gen, und wir fanden 23 Haplotypen. Wir konstruierten ein Haplotypnetzwerk und untersuchten die demographischen Veränderungen mit Bayesian Skyline Plots (statistisches Verfahren) zur Bestimmung der Effektiven Populationsgröße. Die maximale Sequenzabweichung lag bei weniger als 1,5 %, und die phylogenetische Struktur der Haplotypen war nur schwach. Die nahe genetische Übereinstimmung zwischen den Untersuchungstieren wurde zudem durch die Sequenzierung des nukleären R35 Gens bestätigt, wobei auch die geometrisch-morphometrische Vermessung der Panzer sehr übereinstimmend ausfiel. Deshalb sollte die untersuchte und in Gefangenschaft gehaltene Population von O. borneensis zukünftig als eine einzige Erhaltungseinheit betrachtet werden.