Mitrus, S. (2006): Fidelity to nesting area of the European pond turtle, Emys orbicularis (Linnaeus, 1758). – Belgian Journal of Zoology 136(1): 25-30.

Standorttreue bezüglich des Nistareals bei der Europäischen Sumpfschildkröte, Emys orbicularis.

DOI: None

 Emys orbicularis, Europäische Sumpfschildkröte – © Hans-Jürgen-Bidmon
Europäische Sumpfschildkröte,
Emys orbicularis,
© Hans-Jürgen-Bidmon

Während einer 16-jährigen Studie von 1987-2002 im Borowiec Naturreservat (Zentralpolen) wurden 118 Nester von Emys orbicularis markiert: 115 Nester von 23 verschiedenen bekannten Weibchen und 3 Nester von bis dahin noch nicht erfassten Weibchen. Für sieben Weibchen fanden wir 8-12 Ablagestellen für jedes Individuum während des Untersuchungszeitraums. Für zehn andere Weibchen waren es 3-6 verschiedene Ablagestellen. Zwei Schildkröten zeigten eine sehr lange andauernde (> 10 Jahre) Treue zum Ablageareal (definiert als Distanz zwischen den einzelnen Gelegen von 20 m oder weniger). Einige andere Individuen zeigten diese Standorttreue für kürzere Perioden (2-4 aufeinander folgende Jahre). Während andere Weibchen dieses Verhalten nicht erkennen ließen. Somit gab es Unterschiede bei der Treue zum Nistplatz zwischen den Weibchen innerhalb der untersuchten Population.

Kommentar von H.-J. Bidmon

Diese Studie ist sicher ein guter Ansatz zur Evaluierung und Erhaltung von Nistplätzen. Allerdings wäre es interessant zu wissen, ob die Weibchen mit ausgeprägter Standorttreue vielleicht die Ältesten sind, die eventuell auch die optimalen Plätze belegen, während junge Weibchen erst ihren optimalen Nistplatz wählen müssen oder gar warten müssen, bis das Territorium eines älteren Tieres frei wird. Oder steht die Nistplatzwahl in irgendeinem Zusammenhang zu dem Gewässer, in dem die Weibchen das Jahr verbringen? In dem Fall müsste man sich fragen, was hat sich am Nistplatz bzw. Jahresstandort zu dem Zeitpunkt geändert, ab dem der vorherige Nistplatz nicht mehr aufgesucht wird? Beruhigend ist zumindest, dass die Tiere eine gewisse Flexibilität erkennen lassen, denn sonst wäre der Verlust eines Nistplatzes wohl mit katastrophaleren Folgen für die Population verbunden.

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