Melvin, T. A. & G. J. Roloff (2018): Reliability of Postfire Surveys for Eastern Box Turtles. – Wildlife Society Bulletin 42(3): 498-503.

Die Zuverlässigkeit von Bestandserfassungen für östliche Dosenschildkröten direkt nach einem Brand.

DOI: 10.1002/wsb.911

Die Manager von Landflächen gehen allgemein davon aus, dass Bestandserhebungen die noch direkt von den Brandbekämpfern durchgeführt werden zuverlässig genug sind um die Anzahl getöteter und verletzter Dosenschildkröten (I spp.) zu erfassen, denn die Individuen sollten auf den verbrannten Flächen leicht zu finden sein. Im Gegensatz dazu sind Dosenschildkrötenbestandserhebungen durch Personen in nicht abgebrannten Habitaten oft ziemlich ineffektiv aber bisher gibt es keine aussagekräftigen Vergleiche zwischen natürlichen und abgebrannten Flächen die das belegen. Wir quantifizierten hier die Auffindewahrscheinlichkeit für östliche Dosenschildkröten (Terrapene carolina carolina) kurz nach dem angeordneten Abbrennen im südwestlichen Michigan, USA im Mai 2015. Direkt vor einem im Mai veranlassten (Vegetationswachstumssaison) Brandes bestätigten wir das Vorhandensein von 7 mit einem Radiotransmitter ausgestatter adulter Dosenschildkröten auf der zum Abrennen freigegebenen Fläche. Zwei Tage nach dem Abbrennen bestimmten wir die Aufenthaltsorte der Schildkröten und führten zusätzlich 6 unabhängige visuelle Erhebungen auf zwei Brandflächen (0.75 und 1.0 Hektar) durch auf denen mit Sendern bestückte Schildkröten sein sollten. Für diese 12 Erhebungen ermittelten wir eine sehr niedrige durchschnittliche Auffindewahrscheinlichkeit pro Begehung (0.11, SE = 0.09) die zudem noch erheblich zwischen den Personen schwankte (Spanne = 0.00-0.50). Wir beobachteten, dass die Schildkröten sich eingruben und bis zu 12 Stunden nach dem Löschen des Feuers vergraben blieben und somit direkt nach dem Brand nicht zu sehen waren. Zusätzlich beobachteten wir, dass die Schildkröten nach ihrem Erscheinen an der Oberfläche die brandgerodeten Flächen so schnell wie möglich verließen und in nicht abgebrannte Flächen abwanderten. Unsere Ergebnisse lassen vermuten, dass die typischerweise durchgeführten visuellen Erhebungen nach Bränden für östliche Dosenschildkröten deren Vorkommensdichte und Besiedlungsstatus oder deren Totesrate durch Verbrennen nicht richtig widerspiegeln.

Kommentar von H.-J. Bidmon

Hier kann man wohl den Autoren nur zustimmen und froh darüber sein, dass die Schildkröten wohl instinktiv so reagieren, dass ihre Überlebenswahrscheinlichkeit recht hoch bleibt. Ob das für andere Arten und Lebensräume auch zutrifft muss sicher noch überprüft werden und es ist wohl davon auszugehen, dass es diesbzgl. Speziesunterschiede geben dürfte.

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