McMaster - 2009 - 01

McMaster, M. K. & C. T. Downs (2009): Home Range and Daily Movement of Leopard Tortoises (Stigmochelys pardalis) in the Nama-Karoo, South Africa. – Journal of Herpetology 43(4): 561-569.

Aktionsradius und tägliche Wanderungen bei Pantherschildkröten (Stigmochelys pardalis) in der Nama-Karoo, Südafrika.

DOI: 10.1670/07-078.1 ➚

Pantherschildkröte, Stigmochelys pardalis, – © Hans-Jürgen Bidmon
Pantherschildkröte,
Stigmochelys pardalis,
© Hans-Jürgen Bidmon

Saisonale Verschiebungen und ein Überlappen der Aktionsradien für Pantherschildkröten (Stigmochelys pardalis) sind wenig bekannt. Konsequenterweise untersuchten wir dies zusammen mit den täglich zurückgelegten Strecken in der semiariden Nama-Karoo. Dabei analysierten wir die Daten als Funktion der Saison, dem Geschlecht und der Körpermasse. Der jährliche Aktionsradius (Home-Range) war signifikant größer bei Schildkröten mit Telemetriesendern im Vergleich zu Tieren, die nur so erfasst wurden, was verdeutlicht wie wichtig die Telemetrie zur Erfassung raumbezogener ökologischer Daten bei Schildkröten ist. Daraus ergab sich, dass wir nur telemetrisch überwachte Schildkröten in Bezug auf die Unterschiede zwischen den Geschlechtern und der Saison verglichen. Die Aktionsradien variierten signifikant in Bezug zur Saison und waren am kleinsten im Winter, einer Zeit zu der die Schildkröten am inaktivsten sind. Es gab keine saisonbezogenen Unterschiede bei der Home Range zwischen den Geschlechtern. Es zeigten sich zum Teil erhebliche Unterschiede bei der individuellen Größe der Home-Range-Überlappung innerhalb des gleichen Geschlechts und zwischen beiden Geschlechtern. Die täglich zurückgelegte Distanz, die in jeder Saison zurückgelegt wurde, zeigte eine hochgradige Variabilität zwischen den Individuen. Allerdings zeigte sich für alle untersuchten Individuen, dass die geringste Bewegungsaktivität im Winter aufgezeichnet wurde. Die Home-Range-Größe und die täglich zurückgelegten Entfernungen, die während der aktivsten Saison erfasst wurden, waren größer als jene, die bei Pantherschildkröten in feuchteren Lebensräumen erhoben wurden, was die Vermutung nahe legt, dass hier (in der Nama-Karoo) ein Ressourcenverfügbarkeitseffekt eine Rolle spielt. Der große Aktionsradius und die niedrige Populationsdichte und -größe haben wichtige Auswirkungen für den Schutz und für die Erhaltungsmaßnahmen für Pantherschildkröten in semiariden Regionen, was insbesondere auf die Planung und die Größe der Schutzzonen zutrifft. Unterschiede bei der Home-Range-Größe in Bezug zum Habitattyp sollten berücksichtigt werden, wenn Erhaltungsmaßnahmen für terrestrische Schildkröten geplant werden.

Kommentar von H.-J. Bidmon

Diese Arbeit liefert ein weiteres gut beschriebenes Beispiel für eine Habitattypen-abhängige Größe der Aktionsradien. Etwas, das zwar fast schon selbstverständlich ist, weil vegetationsarme trockene Gebiete weitere Wanderungen zum Auffinden geeigneter Futterpflanzen bedingen, aber was nicht in jedem Fall beweisbar zu belegen ist, und somit von den Gegnern der Einrichtung von Schutzgebieten oft dazu benutzt wird, auf politischer Ebene einen Minimalkonsens in Bezug auf die Größe der Schutzgebiete zu erreichen (siehe auch Semlitsch & Bodie 2003). Andererseits zeigt dieses Abstract, dass auch Pantherschildkröten eine durch Inaktivität geprägte Wintersaison haben, was sich sicher auch auf ihre Wachstumsraten auswirkt. Ein Umstand, der heute noch kaum bei der veterinärwissenschaftlichen Betrachtung von Zuwachsraten berücksichtigt wird (siehe Ritz et al. 2009).

Literatur

Ritz, J., C. Hammer & M. Clauss (2009): Body size development of captive and free-ranging leopard tortoises (Geochelone pardalis). – Zoo Biology 29(4): 517-525 oder Abstract-Archiv.

Semlitsch, R. D. & J. R. Bodie (2003): Biological criteria for buffer zones around wetlands and riparian habitats for amphibians and reptiles. – Conservation Biology 17(5): 1219-1228 oder Abstract-Archiv.

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