Mayne, B., A. D.Tucker, O. Berry & S. Jarman (2020): Lifespan estimation in marine turtles using genomic promoter CpG density. – PLoS One 15(7): e0236888.

Die Bestimmung des Lebensalters bei Meeresschildkröten anhand der genomischen CgP-Promotordichte.

DOI: 10.1371/journal.pone.0236888

Lederschildkröte, Dermochelys coriacea – © Jeanette Wyneken
Lederschildkröte,
Dermochelys coriacea,
© Jeanette Wyneken

Die maximale Lebenserwartung ist bei den meisten Tieren schwierig festzulegen. Das ist problematisch für das Wildtiermanagement, da die Lebenserwartung ein wichtiger Aspekt für die Populationsbiologie ist, um darüber die natürlichen Mortalitätsraten, die Populationsüberlebensfähigkeit und die Periode der potentiellen Reproduktionsfähigkeit abzuschätzen. Kürzlich wurde gezeigt, dass die Dichte von Cytosinphosphatguanin (CpG) Vorhersagen über die maximale Lebenserwartung bei Wirbeltieren erlaubt. Damit wurde es möglich die Lebenserwartung für sehr langlebige Arten zu bestimmen, die anderweitig für diese Tiere nur schwer zu ermitteln war. In dieser Studie verwendeten wir die CpG-Genpromotordichte, um die Lebenserwartung für fünf Meeresschildkrötenarten zu bestimmen. Meeresschildkröten repräsentieren deshalb eine schwierige Gruppe für die Lebensdauerabschätzung, weil sie lange Wanderungen im offenen Meer durchführen, langlebig sind und eine hohe Sterberate bei den Jungtieren aufweisen, wobei diese Faktoren eine kontinuierliche, individuelle Überwachung mit Radiotransmittern fast unmöglich machen. Wir benutzten die Sangersequenzierung und selektierte Promotoren zur CpG-Dichtebestimmung. Wir konnten bei den untersuchten Meeresschildkrötenarten Lebenserwartungsvorhersagen bestimmen die von 50,4 Jahren für die Flachrückenschildkröte, Natator depressus bis zu 90,4 Jahren für die Lederrückenschildkröte, Dermochelys coriacea reichten. Diese Lebenserwartungsvorhersagen bieten breite Anwendungsmöglichkeiten für die Meeresschildkrötenforschung und liefern ein besseres Verständnis über deren Lebenszyklen und deren Populationsüberlebensfähigkeiten.

Kommentar von H.-J. Bidmon

Auch hier wieder eine interessante Arbeit die zumindest Aussagen über die endogen vorgegebene Lebenserwartung Anhaltspunkte liefert, die aber in Bezug auf die Überlebensfähigkeit der Populationen auch nur theoretische Angaben machen kann, weil deren Überleben von vielen Faktoren abhängig ist einschließlich der Umweltveränderungen die durch den Menschen mitbeeinflusst werden (siehe dazu Arantes et al., 2020 und die dortigen Kommentare).

Literatur

Arantes, L. S., S. T. Vilaça, C. J. Mazzoni amp; F. R. Santos (2020): New genetic insights about hybridization and population structure of hawksbill and loggerhead turtles from Brazil. – Journal of Heredity esaa024 oder Abstract-Archiv.

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