Luiselli, L., G. C. Akani, N. Ebere, L. Rugiero, L. Vignoli, F. M. Angelici, E. A. Eniang & M. Behangana (2011): Food Habits of a Pelomedusid Turtle, Pelomedusa subrufa, in Tropical Africa (Nigeria): The Effects of Sex, Body Size, Season, and Site. – Chelonian Conservation and Biology 10(1): 138–144.

Das Ernährungsverhalten der pelomedusiden Schildkröte, Pelomedusa subrufa im tropischen Afrika (Nigeria): Die Auswirkungen von Geschlecht, Körpergröße, Saison und Ort.

DOI: 10.2744/CCB-0843.1

Die Ernährungsgewohnheiten der pelomedusiden Süßwasser Schildkröte (Pelomedusa subrufa) wurden anhand von Kotanalysen und Magenspülungen in zwei Untersuchungslokalitäten in Nigeria untersucht. Männchen und Weibchen ernähren sich demnach überwiegend karnivor wobei sie hauptsächlich Fische, Kaulquappen und wasserlebende Evertebraten (Insekten, Würmer, Schnecken, Krebstiere) aber auch terrestrische Wirbeltiere fressen. Die Ernährungsgewohnheiten beider Geschlechter zeigten große Übereinstimmungen sowohl in der Regenzeit als auch während der Trockenzeit. Die Körpergröße hatte einen deutlichen Einfluss auf die Zusammensetzung der in der Trockenzeit aufgenommenen Nahrung. Kleine Schildkröten ernährten sich fast ausschließlich von kleinen Evertebraten und kleinen Wirbeltieren, während große Schildkröten sich primär von warmblütigen Säugetieren ernährten. Jahreszeitliche Schwankungen hatten einen starken Einfluss auf die Nahrungszusammenstellung. Die Schildkröten reagierten auf die zunehmende Trockenheit mit einem deutlichen Wechsel Ihrer Nahrungsgewohnheiten, von einer Nahrungszusammenstellung die in der Regenzeit hauptsächlich auf aquatischen Organismen basiert zu einer auf terrestrischen Organismen basierenden Ernährungsweise (inklusive kleiner Vertebraten (Wirbeltiere)) in der Trockenzeit.

Kommentar von H.-J. Bidmon

Diese Arbeit liefert einen schönen Einblick in die Artenvielfalt die diese Süßwasser Schildkröten, die anscheinend keine Trockenruhe halten im Jahreszyklus als Nahrung nutzen (siehe Bidmon, 2010). Da Pelomedusen auch zu jenen Arten gehören die sehr schnell wachsen und sehr jung geschlechtsreif werden (siehe Gerlach 2008) sind sie anscheinend auf dieses abwechslungsreiche, hochwertige, proteinreiche Futter angewiesen.

Literatur

Bidmon, H.-J. (2010) Karnivore Schildkröten: Was ist ihr handelsübliches Futter eigentlich wert? Oder: Die Bedeutung des Darminhalts der Futtertiere. – Schildkröten im Fokus 7(1), 2010: 3–18.

Gerlach, J. (2008): Fragmentation and demography as causes of population decline in Seychelles freshwater turtles (Genus Pelusios). – Chelonian Conservation and Biology 7(1): 78–87 oder Abstract-Archiv.

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