Kundu, S., V. Kumar, B. A. Laskar, K. Tyagi & K. Chandra (2018): Morphology and genetic variation in the endangered tortoise Manouria emys: distinct lineages or plastron anomalies? – Mitochondrial DNA Part B. Resources 3(1): 166-170.

Die Morphologie und die genetische Variation bei der bedrohten Landschildkröte Manouria emys: Distinkte Linien oder Plastronanomalien?

DOI: 10.1080/23802359.2018.1437795

Anektoische Berichte lassen vermuten, dass es allopatrische Populationen mit zwei Unterarten von Manouria emys gibt die sich in der Färbung und im Plastronmuster unterscheiden was nahelegen könnte, dass es sich um separate Evolutionslinien handelt. Wir untersuchten diese Taxa sowohl morphologisch wie auch genetisch um die morphologische Beschreibung mit den genetischen Analysen zu korrelieren. An Hand der morphologischen Plastronmuster zeigten sich sogar 3 morphologisch verschiedene M. emys in Nordost-Indien angrenzend an die internationalen Grenzen von Bangladesh und Myanmar. Trotzdem fanden wir nur geringfügige Abweichungen in den den mitochondrialen Gensegmenten von mtCOl und mtCytb für die differierenden Morphotypen. In dieser Studie schließen wir daraus, dass die entdeckten Plastronunterschiede bei M. emys nicht dafürsprechen, dass es sich dabei um distinkte genetische Linien handelt.

Kommentar von H.-J. Bidmon

Ich finde es gut, dass die Autoren vorsichtig sind und nicht gleich getrennte Evolutionslinien postulieren, obwohl man auch der Gerechtigkeit wegen anmerken muss, dass man eine solche Entscheidung nicht nur anhand von mitochondrialen Genanalysen treffen sollte, da es durchaus für die nukleären Marker klarer erkennbare Unterschiede geben könnte. Aber auch wenn, was würde das ändern, denn es lässt sich ja eigentlich nach allem was wir bisher gelernt haben nicht leugnen, dass es auch lokale Lebensraumanpassungen gibt, die sowohl auf Plastizität wie auch auf molekularer Ebene zu Variationen beitragen können.

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