Joyner, P. H., A. A. Shreve, J. Spahr, A. L. Fountain & J. M. Sleeman (2006): Phaeohyphomycosis in a free-living eastern box turtle (Terrapene carolina carolina). – Journal of Wildlife Diseases 42 (4):883-888.

Phaeohyphomykose bei einer freilebenden östlichen Dosenschildkröte (Terrapene carolina carolina)

Eine frei lebende östliche Dosenschildkröte (Terrapene carolina carolina) wurde beim Wildlife Center von Virginia abgegeben. Das Tier hatte eine dreimonatige Krankengeschichte, die besagte, dass es zu einer deutlichen Schwellung des rechten Hinterbeins gekommen war, die initial als Chromomykosis anhand der Histopathologie diagnostiziert wurde. Die Hämatologie zeigte eine Anämie (9 %), Leukozytose (12,8 Zellen × 10(3)/mul), Heterophilie (6,14 Zellen × 10(3)/mul) und Monozytose (0,51 Zellen × 10(3)/mul). Die Nekropsie erbrachte eine feste, eingekapselte 3×1 cm große subkutane Masse, die gefüllt war mit dunklen, braun-schwarzen nekrotischem Material des distalen, rechten Hinterfußes. Mikroskopisch zeigte sich die Masse als granulomatöser Entzündungsprozess mit zahlreichen multinukleären histozytischen Riesenzellen. Anteile von Pilzen waren im nekrotischen Zentrum vorhanden und mit den multinukleären Zellen assoziiert. Mit Spezialfärbungen ließen sich zahlreiche phaeoide Hyphen nachweisen und der Hefepilz; Exophiala jeanselmei, wurde aus der routinemäßig angelegten Pilzkultur isoliert. Es wurde also abschließend eine Phaeohyphomykose diagnostiziert, die auf dem Nachweis der histologischen Befunde und den Pilzhyphen in der Masse sowie auf den Kulturergebnissen basierte. Es ergab sich kein Nachweis für eine systemische Infektion. Dies ist der erste Bericht über das Vorliegen einer Phaeohyphomykose, die durch einen Pilz aus der Gattung Exophiala bei frei lebenden Reptilen verursacht wurde.

Kommentar von H.-J. Bidmon

Es müssen nicht immer Bakterien sein!

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