Johnson, A. J., L. Wendland, T. M. Norton, B. Belzer & E. R. Jacobson (2009): Development and use of an indirect enzyme-linked immunosorbent assay for detection of iridovirus exposure in gopher tortoises (Gopherus polyphemus) and eastern box turtles (Terrapene carolina carolina). – Veterinary Microbiology 142(3-4): 160-167.

Entwicklung und Anwendung eines indirekten Enzym-gekoppelten Immunoadsorptions-Assays zur Detektion von Iridovirenexposition bei Gopherschildkröten (Gopherus polyphemus) und Carolina-Dosenschildkröten (Terrapene carolina carolina).

DOI: 10.1016/j.vetmic.2009.09.059

Carolina-Dosenschildkröte, Terrapene carolina – © Hans-Jürgen Bidmon
Carolina-Dosenschildkröte,
Terrapene carolina
© Hans-Jürgen Bidmon

Iridoviren werden typischerweise als Pathogene häufig mit Fischen und Amphibien assoziiert. Es wurde aber erst kürzlich gezeigt, dass sie die Ursache für akute Erkrankungen des Atmungssystems bei Schildkröten darstellen, wo sie für Dosenschildkröten, Rotwangen-Schmuckschildkröten, Gopherschildkröten und Burmesische Sternschildkröten nachgewiesen sind. Fallberichte über natürliche Infektionen bei verschiedenen Schildkrötenspezies gibt es für die gesamten USA, allerdings ist die Prävalenz für die empfänglichen frei lebenden Populationen unbekannt. Um die Prävalenz eines Kontakts mit Iridoviren bei frei lebenden Gopherschildkröten (Gopherus polyphemus) der südöstlichen USA zu erfassen, wurde ein indirekter Enzym gekoppelter Immunoadsorptionsassay (ELISA) entwickelt und dazu benutzt, die Plasmaproben von wild lebenden Gopherschildkröten (G. polyphemus) zu untersuchen, die zwischen 2001 und 2006 gesammelt worden waren und aus Alabama (n=9), Florida (n=658), Georgia (n=225), Louisiana (n=12); Mississippi (n=28) und von unbekannten Fundorten (68) stammten. Acht (1,2 %) seropositive Schildkröten wurden für Florida und sieben (3,1 %) für Georgia identifiziert, wobei die Gesamtprävalenz bei 1,5 % lag. Zusätzlich wurden Proben einer Population der östlichen Dosenschildkröte in einem privaten Naturschutzgebiet in Pennsylvania gesammelt, in dem es im Jahr davor zu einem Ausbruch von Infektionen mit Iridoviren gekommen war, an welchem 16 Schildkröten verstorben waren. Nur eine Schildkröte von insgesamt 55 überlebenden konnte positiv getestet werden (1,8 %). Die Ergebnisse zeigen eine niedrige Expositionsrate von Schildkröten mit diesem Pathogen; allerdings vermuten wir, dass wir die wirkliche Prävalenz immer noch unterschätzen. Da experimentelle Übertragungsuntersuchungen und frühere Krankheitsausbrüche eine hohe Mortalität bei infizierten Schildkröten zur Folge hatten, kann davon ausgegangen werden, dass die meisten Schildkröten sterben, bevor sie eine Antikörperantwort zeigen. Zusätzlich ist bislang unbekannt, wie lange es dauert, bis eine ausreichende Antikörperbildung erfolgt, was zusätzlich andeutet, dass man die wahre Prävalenz mit dieser Methode unterschätzt.

Kommentar von H.-J. Bidmon

Nun, diese Arbeit ist ein Anfang, hin zu einer Erfassung der Befallsrate bei vielleicht chronisch infizierten Schildkröten. Warum man nicht gleich versucht hat, Virusgenom mit der PCR-Technologie zu erfassen, die eigentlich sensitiver sein müsste, weiß ich nicht, aber ich denke, auch daran wird schon gearbeitet.

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