Henen, B. T., U. P. van Bloemestein, M. D. Hofmeyr & C. A. Weatherby (2017): Variation in the daily activity, movement and refugia of Critically Endangered geometric tortoises, Psammobates geometricus, in autumn and spring. – African Journal of Herpetology 66: 79-92.

Die Schwankungen im täglichen Aktivitätsmuster, bei den Wanderungen und den Verstecken der hochgradig gefährdeten geometrischen Landschildkröte, Psammobates geometricus im Herbst und Frühjahr.

DOI: 10.1080/21564574.2017.1331935

Um die Habitatbedingungen für die hochgradig gefährdete geometrische Landschildkröte zu erfassen benutzten wir die Spulenmethode, um damit die tägliche Aktivität, deren Bewegungsmuster und ihre Unterschlupfe für adulte Psammobates geometricus im Herbst und Frühjahr des Jahres 2002 zu bestimmen. Wir fanden starke saisonale Unterschiede und Auswirkungen der Witterung zwischen den Individuen und den Geschlechtern. Hohe Aktivität ging einher mit anhaltendem mildem Wetter im Herbst und Frühjahr. Allerdings wurden die täglichen Bewegungsmuster der Weibchen an kühlen Herbsttagen sehr beschränkt während jene der Männchen durch warme Frühlingstage begrenzt wurden, ein Muster das wohl einhergeht mit dem ausgeprägten Geschlechtsdimorphismus (große Weibchen und kleine Männchen). Die langen Wanderungen im Herbst halfen den Schildkröten Futterpflanzen zu finden die sehr rasch nach dem einsetzenden Herbstregen wachsen, wobei beide Geschlechter ihre Körperkonditionen von dem erreichten Herbsttiefststand verbessern und die Weibchen mit der Eibildung im Spätherbst und Winter beginnen. Diese Wanderungen helfen auch den Männchen Weibchen ausfindig zu machen und sich noch vor deren Ovulation zu verpaaren. Die hohe Aktivität der Weibchen im Frühjahr hilft ihnen genug Futter zu finden um deren Vitellogeninsynthese und Eireifung aufrecht zu erhalten sowie Nistplätze zu finden. In beiden Jahreszeiten tendierten die Bewegungen der Männchen zu einem mehr linearen Verlauf im Vergleich zu denen der Weibchen, wobei dieser Geschlechtsunterschied wahrscheinlich nicht auf die Nahrungssuche zurückzuführen ist. Männchen scheinen lange lineare Wege zu laufen um Weibchen zu finden und um Begegnungen mit anderen Männchen zu vermeiden. Das Verhalten der Männchen scheint im Frühjahr durch die Temperatur verändert zu werden, wobei ihr Bewegungsmuster mit zunehmender Bodentemperatur (in der Sonne) abnimmt und sie schützende Verstecke im Frühjahr im Vergleich zum Herbst und im Vergleich zu den Weibchen aufsuchen. Die geometrischen Landschildkröten suchten typischerweise unterschiedliche Unterschlupfe in aufeinanderfolgenden Nächten auf was möglicherweise einem Beutegreifervermeidungsmechanismus entspricht.

Kommentar von H.-J. Bidmon

Auch diese Arbeit verdeutlicht sehr schön was Lebensraumanpassung und Verhaltensplastizität in Bezug zur optimalen geschlechtsspezifischen Habitatnutzung und das Überleben bedeuten. (siehe dazu auch Kommentar zu Roth & Krochmal (2018) und der dort angeführten Literatur).

Literatur

Roth, T. C. 2nd & A. R. Krochmal (2018): Of molecules, memories and migration: M1 acetylcholine receptors facilitate spatial memory formation and recall during migratory navigation. – Proceedings of the Royal Society B: Biological Sciences 285 (1891) oder Abstract-Archiv.

Seitenanfang