Heinrich, G. L., T. J. Walsh, D. R. Jackson & B. K. Atkinson (2012): Boat strikes: a threat to the Suwannee cooter (Pseudemys concinna suwanniensis). – Herpetological Conservation and Biology 7(3):349–357.

Motorbootsschraubenverletzungen: Eine Gefahr für die Suwannee Hieroglyphen-Schmuckschildkröte (Pseudemys concinna suwanniensis).

DOI: None

Motorbootschrauben bedeuten für Wildtiere eine große Gefahr. Der Tod kann durch ein Schlagtrauma durch den Propeller sofort herbeigeführt werden. In anderen Fällen leiden die Überlebenden unter den Narben-hinterlassenden Wundheilungen oder unter dem Verlust von Gliedmaßen und bleibenden Behinderungen. Bei Schildkröten sind vor allem Meeresschildkröten und Flussdeltas besiedelnde Arten von solchen Verletzungen betroffen. Allerdings betrifft es auch eine Reihe von Wasserschildkröten aus den Familien der Emydidae, Kinosternidae und Trionychidae. Wir dokumentierten solche Gefährdungen für die Suwannee Hieroglyphen-Schmuckschildkröte, Pseudemys concinna suwanniensis, einer in den Flüssen Floridas entlang der Nordostküste des Golf von Mexikos geographisch sehr begrenzt vorkommenden Schildkröte. Wir verglichen drei Lokalitäten, in denen Hieroglyphen-Schmuckschildkröten vorkommen und untersuchten dabei 593 Individuen in Florida. Bootsschraubenverletzungen wurden bei etwa 10 % von 164 Individuen in 2004 im Levy County gefunden. wobei diese Schildkröten illegal gefangen worden waren und ihre Kadaver deponiert worden waren. Im Gegensatz dazu fanden sich solche Verletzungen nur bei 2,2 % von 180 Museumsexemplaren, die von 1928 bis 2003 in Florida im Verbreitungsgebiet von P. concinna gesammelt worden waren, wobei die ersten Exemplare mit Schraubenverletzungen auf das Jahr 1952 datierten. Wir verglichen nun diese Befunde, die von zwei Gruppen toter Tiere stammten, mit einer Probe, die überwiegend aus Weibchen (n=249) bestand ,die noch lebend zwischen 1988 und 1993 in einem eigentlich geschützten Wasserschutzgebiet (State Park, Wakulla County) untersucht worden waren. Dabei wurden bei 10 Exemplaren (4,0 %) Bootsschraubenverletzungen gefunden, wahrscheinlich von Touristenbooten verursacht. Wir empfehlen daher mehr geschützte, Motorboot freie Zonen einzurichten und die Geschwindigkeit der Boote zu begrenzen, sowie nur Boote mit Schutzvorrichtungen um die Schrauben zuzulassen. Ebenso sollte mehr Aufklärungsarbeit und eine bessere Durchsetzung der Vorschriften dazu dienen, diese Gefahr zu reduzieren.

Kommentar von H.-J. Bidmon

Man fragt sich hier schon, warum man solche Daten erst 2012 erstellt und veröffentlicht? Denn wie hoch die wirklichen Zahlen sind, lässt sich ja nur schätzen, da die Tiere, die so schwer verletzt sind, dass sie sterben oder gleich Beutegreifern zum Opfer fallen, in dieser Zusammenstellung gar nicht mehr auftauchen.

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