He, B., Y. Liu, H. Shi, L. Fu & J. Wang (2010): Effect of Luteinizing Hormone-Releasing Hormone Analogue on the Sexual Behavior of Sacalia quadriocellata. – Asiatic Herpetological Research 1(1): 40–43.

Einfluss des Gelbkörperhormons auf das Sexualverhalten bei Sacalia quadriocellata.

DOI: None

Für Luteinisierenden-Hormon-Freisetzungshormon (LHRH) ist bekannt, dass es das Sexualverhalten bei vielen Wirbeltieren steuert, allerdings gab es dazu keine systematisch durchgeführten Studien bei Schildkröten. Wir testeten die Hypothese, dass ein exogen verabreichtes LHRH-Analog auch bei den Männchen der Chinesischen Pfauenaugenschildkröte, Sacalia quadriocellata das Sexualverhalten stimuliert. Wir untersuchten das, indem wir den Männchen eine intramuskuläre Injektion eines LHRH-Analogs für Säugetiere verabreichten. Zudem wurden Männchen menschliches Choriongonadotropin (HCG) gespritzt, und es wurden welche mit einer Kombination aus LHRH-Analog und HCG behandelt wonach alle Männchen zu adulten Weibchen zur Verhaltensbeobachtung gesetzt wurden. Unsere Daten zeigten, dass die alleinige Gabe von HCG kein Sexualverhalten auslöste, wohingegen LHRH Sexualverhalten induzierte, das einherging mit einer Zunahme der Hodenaktivität und Spermiogenese. Die kombinierte Injektion von LHRH und HCG induzierte das Sexualverhalten noch stärker als die alleinige Gabe von LHRH, was zeigt, dass HCG als Verstärker des LHRH-induzierten Verhaltens wirkt. Allerdings zeigten die unterschiedlich verabreichten pharmakologischen Dosen des LHRH-Analogs (0.5 µg, 1 µg , 2 mg pro 100 g Körpergewicht) keine unterschiedlichen Aktivitätslevel auf das Verhalten. Somit konnte der Dosis abhängige Mechanismus der LHRH-Wirkung nicht bestimmt werden. Diese Studie belegt, dass das Sexualverhalten bei S. quadriocellata direkt nach der Injektion einsetzt, obwohl zu dieser Zeit die Hoden noch inaktiv (Regressionsphase) waren. Hierbei handelt es sich um den ersten Bericht darüber, dass man mit einem exogen verabreichten LHRH-Analog Sexualverhalten bei dieser Spezies auslösen kann.

Kommentar von H.-J. Bidmon

Diese Arbeit könnte auch den Grund für die sehr niedrige Befruchtungsrate in der assoziierten Studie von He et al. (2010) liefern, denn wenn die Männchen aufgrund des Hormonstimulus sofort kopulierten, noch bevor die Spermiogenese stattgefunden hatte und die Weibchen die Ovulation und Gelegeproduktion nur aufgrund des Kopulationsstimulus initiiert haben, dann kann es noch zu keiner optimalen Befruchtung gekommen sein, weil entweder noch gar kein Sperma oder nur Restmengen an Sperma abgegeben wurden. Hier wäre es also notwendig zu testen, wie lange oder in welchen Abständen man mit LHRH das Sexualverhalten auslösen kann. Zumindest sollte man aber die LHRH behandelten Männchen erst einmal 3–4 Wochen nicht zu den Weibchen lassen, damit diese erste LHRH-Behandlung die Spermienbildung anregt, und erst danach sollten auch Paarungen stattfinden.

Literatur

He, B., Y. Liu, H. Shi, J. Zhang, M. Hu, Y. Ma, L. Fu, M. Hong, J. Wang, F. J. Jonathan & J. F. Parham (2010): Captive Breeding of the Four-eyed Turtle (Sacalia quadriocellata) – Asiatic Herpetological Research 1: 111–117 oder Abstract-Archiv.

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