Hayes, F. E., D. G. Turner & D. E. Weidemann (2018): Relative Abundance of Invasive Red-Eared Sliders (Trachemys scripta elegans) and Native Western Pond Turtles (Emys marmorata) at Clear Lake, Lake County, California. – Chelonian Conservation and Biology 17(2): 309-313.

Die relative Häufigkeit von invasiven Rotwangenschmuckschildkröten (Trachemys scripta elegans) und einheimischen westlichen Sumpfschildkröten (Emys marmorata) im Clear-See, Lake Distrikt, Kalifornien.

DOI: 10.2744/CCB-1287.1

Rotwangen-Schmuckschildkröte, Trachemys scripta elegans – © Hans-Jürgen Bidmon
Rotwangen-Schmuckschildkröte,
Trachemys scripta elegans
© Hans-Jürgen Bidmon

Während 2010-2018 untersuchten wir die relative Vorkommenshäufigkeit der invasiven Rotwangenschmuckschildkröte (Trachemys scripta elegans) sowie jene der heimischen westlichen Sumpfschildkröte (Emys marmorata) im Clear –See und den damit assoziierten Feuchtgebieten im Lake-Distrikt, Kalifornien wo T. s. elegans 1968 erstmals nachgewiesen wurde. Beide Arten koexistieren nebeneinander im gesamten Seebereich und den angrenzenden Feuchtgebieten aber die Proportionen unterscheiden sich signifikant für T. s. elegans mit einem signifikant höheren Anteil im östlichen Seearm (59% T.s.e. vs 41% E. m.), n=135 als im nordwestlichen Seeausläufer (40% T.s.e. vs 60% E. m., n = 181) und am deutlichsten im südöstlichen Seeausläufer (10% T.s.e. vs 90% E. m., n = 31). Diese geographischen Unterschiede im Anteil an T.s.e. war unabhängig vom Grad der Urbanisierung (Besiedlungsdichte, Mensch) und geht vermutlich auf zeitliche Unterschiede zurück zu denen T. s. elegans-Einschleppungen in den unterschiedlichen Seeausläufern erfolgten.

Pazifische Sumpfschildkröte, Actinemys marmorata – © H. Bradley Shaffer
Pazifische Sumpfschildkröte,
Actinemys marmorata
© H. Bradley Shaffer

Kommentar von H.-J. Bidmon

Nun mögen die Autoren mit ihrer letzten Schlussfolgerung vielleicht Recht haben, aber dem muss nicht so sein, denn sie haben ja außer der Korrelation mit der menschlichen Besiedlungs- und Bebauungsdichte keine weiteren ökologischen Faktoren in den Seearmen und den angrenzenden Feuchtgebieten untersucht. Denn wenn die einheimische Art Emys marmorata auch unterschiedlich häufig in den unterschiedlichen Seeausläufern auftritt spricht das eventuell auch für andere Möglichkeiten, denn seit 1968 hätte sich auch T. s. elegans im See gleichmäßig verbreiten können was aber nicht der Fall zu sein scheint und somit spricht wohl letzteres auch für ökologische bzw. gewässerstrukturelle Unterschiede zwischen den Seearmen. Insbesondere fällt ja dabei auf, dass der südöstliche Seeausläufer sowohl wenige T. s. elegans wie auch wenige E. marmorata Exemplare aufweist. Letzteres könnte dafür sprechen, dass für beide Arten das Nahrungsangebot knapper ist oder auch andere Ressourcen fehlen und somit gar keine höheren Bestandsdichten vorkommen können, wobei eventuell dort für die kleinerbleibende E. marmorata die Ressourcenverfügbarkeit noch bessere Bedingungen bietet als für die großwerdende T. s. elegans. Solche ökologisch unterschiedlichen Bedingungen wurden auch schon für andere Arten die mit der invasiven T. s. elegans konkurrieren müssen beschrieben (siehe Romero et al., 2016 und den Kommentar dazu). Letztendlich ist das doch auch ein schönes Beispiel dafür, dass Trachemys-Arten und Emys-Arten auch über lange Zeit koexistieren können, wenn die Habitate genug Ressourcen für beide Spezies bieten. Zumindest eine Gegebenheit die es erlauben sollte die Langzeittrends für solche Invasionen, wie bei Romero, genauer zu analysieren.

Literatur

Romero, D., Báez J. C., Ferri-Yáñez F., Bellido J. J. & R. Real (2014) Modelling favourability for invasive species encroachment to identify areas of native species vulnerability. – Scientific World Journal 2014(1): 519710 oder Abstract-Archiv.

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