Hauswaldt, J. S. & T. C. Glenn (2005): Population genetics of the diamondback terrapin (Malaclemys terrapin). – Molecular Ecology 14(3): 723-732.

Populationsgenetik der Diamantschildkröte (Malaclemys terrapin)

DOI: 10.1111/j.1365-294X.2005.02451.x

Diamantschildkröte, Malaclemys terrapin - © Hans-Jürgen Bidmon
Diamantschildkröte,
Malaclemys terrapin, im Aquaterrarium
© Hans-Jürgen Bidmon

Wir untersuchten populationsgenetische Strukturen der Diamantschildkröte (Malaclemys terrapin) innerhalb und unter Uferbereichen. Basierend auf Markierungs-Wiederfang-Studien hatten diese Schildkröten eine hohe Standortstreue. Wir testeten, ob sich die beobachtete Ortstreue der Adulten in Ufer-Flachwasserabschnitts-spezifischen populationsgenetischen Strukturen von sechs hochpolymorphen Mikrosatelliten-Loki (fünf Tetranukleotide und ein Dinukleotid) widerspiegelt. Es wurden keine Anzeichen für eine Populationsstrukturierung gefunden, weder in den Küstengewässern um Charleston, noch entlang von drei verschiedenen Brackwasserzonen von South Carolina. Daraufhin untersuchten wir vier andere Diamantschildkröten-Populationen von North-Carolina bis New York, wie auch von den Florida Keys und Texas. Mit ansteigender geographischer Entfernung steigt auch die genetische Differenzierung von South Carolina bis New York, wohingegen alle anderen Verschiedenheitswerte gering waren. Der Dinukleotid-Lokus leistet einen signifikant größeren Beitrag zur genetischen Differenzierung einiger Populationsuntersuchungen als irgendeiner der anderen Loki. Interessanterweise sind die Diamantschildkröten von South Carolina bis New York denen aus Texas (rho = 0,154) genetisch ähnlicher als jenen aus Florida (rho = 0,357). Wir schreiben dieses Muster den ausgedehnten Translokationen von Diamantschildkröten während des frühen 20. Jahrhunderts zu, die durchgeführt worden waren, um sinkende Populationsgrößen aufzufüllen und um Schildkrötenfarmen mit festem Bestand zu erhalten. In Texas wurden Diamantschildkröten wegen ihrer großen Größe speziell für die Verschiffung in die nordöstliche USA gesammelt. Unsere Studien zeigen keine Populationsstrukturen innerhalb oder entlang aneinandergrenzender Küstenabschnitte. Die Markierungs-Wiederfang-Informationen über adulte und subadulte Tiere zeigen, dass die Futterplätze nur eine dürftige Vorhersage über deren genetischen Populationsstruktur angeben. Zusätzlich scheint es so zu sein, dass zurückliegende menschliche Aktivitäten die Genetik der Populationen drastisch verändert haben. Schlussendlich zeigen unsere Daten, dass aus genetischer Sicht nichts gegen eine Translokation von Eiern zur Populationsauffrischung innerhalb der Küstenregionen oder zwischen benachbarten Küstenabschnitten spricht.

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