Hansen, L. L. & M. F. Bertelsen (2013): Assessment of the effects of intramuscular administration of alfaxalone with and without medetomidine in Horsfield's tortoises (Agrionemys horsfieldii). – Veterinary Anaesthesia and Analgesia 40(6): e68–e75.

Erfassung der Auswirkungen von intramuskulär verabreichten Alfaxalon mit und ohne gleichzeitiger Medetomidingabe bei der Vierzehenschildkröte (Agrionemys horsfieldii).

DOI: 10.1111/vaa.12045

Ziel
Die Charakterisierung von vier intramuskulär (IM) verabreichten Anästhesieprotokollen, zwei mit Alfaxalon und zwei mit Alfaxalon in Kombination mit Medetomidin bei Landschildkröten.
Studiendesign
Eine blind-randomisierte (zufällige), experimentelle Überkreuzstudie.
Probanden
Neun gesunde, adulte, männliche Vierzehenschildkröten (Agrionemys horsfieldii).
Methoden
Jede Schildkröte wurde nach dem Zufallsprinzip einem der vier Protokollabläufe zugeteilt: 1. 10 mg/kg Alfaxalon; 2. 10 mg/kg Alfaxalon + 0.10 mg/kg Medetomidin; 3) 20 mg/kg Alfaxalon und 4. 20 mg/kg Alfaxalon + 0.05 mg/kg Medetomidin. Während des Experiments wurden folgende Parameter aufgezeichnet: Herzfrequenz, Atemfrequenz, periphere Schmerzreaktionen, Muskeltonus, Intubierbarkeit, Palpierbarkeit, Augen- und Berührungsreflexe und Kloakentemperatur.
Ergebnisse
Protokoll 1 und 2 resultierten jeweils in einer leichten Sedierung ohne Schmerzlinderung und einer moderaten bis tiefen Sedierung mit minimaler Schmerzunterdrückung. Die Protokolle 3 und 4 resultierten in einer tiefen Sedierung oder Anästhesie mit variabler Schmerzunterdrückung. Diese letzteren Protokolle resultierten in den am längsten anhaltenden Anästhesie- oder Sedierungsperioden und ermöglichten bei 6 von 9 Tieren die Intubation (3) oder bei 8 von 9 (4) die Intubation. Die totale durch Alfaxalon induzierte Anästhesieperiode war hier durch Medetomidinapplikation signifikant verlängert (p < 0.05). Es gab aber keine signifikanten Unterschiede in Bezug auf die Zeit bis zur Plateauphase und deren Dauer. Die basale Herzfrequenz von 53 ± 6 Schlägen pro Minute sank bei allen Protokollen signifikant ab (p < 0.05) und war am niedrigsten bei den Protokollen 3 und 4. Die Herzfrequenz stieg wieder nach Atipamezoladministration, allerdings war der Anstieg nur transient. Bei zwei Schildkröten trat bei Protokoll 3 und 4 eine extreme Bradycardie auf, wobei die Herzaktivität für etwa 10 Minuten aussetzte.
Schlussfolgerung und klinische Relevanz
Alfaxalone 10 und 20 mg/kg IM können zur Sedierung für schmerzfreie Untersuchungen eingesetzt werden. Alfaxalon in Kombination mit Medetomidin kann zur tiefen Sedierung oder Anästhesie angewandt werden, allerdings kann die beobachtete Unterdrückung der Atem- und Herzfrequenz die klinische Anwendbarkeit einschränken.

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