Georges, A., K. Beggs, J. E. Young & J. S. Doody (2005): Modelling development of reptile embryos under fluctuating temperature regimes. – Physiological and Biochemical Zoology 78(1): 18-30.

Modellentwicklung von Reptilienembryonen unter sich verändernden Temperaturregimen

DOI: 10.1086/425200

Eine Temperaturzunahme innerhalb bestimmter Grenzen beschleunigt die Entwicklung der Reptilienembryonen und die Morphogenese verläuft, trotz der schwankenden Entwicklungsrate, über ein gewisses Temperaturspektrum normal. Weniger gut verstanden ist, wie man die Beziehung zwischen Variationen der Entwicklungsraten und Temperatur am besten beschreibt. In diesem Artikel verwenden wir ein lineares Grad-Stunden Modell, ein empirisches Kurven-Linear-Modell, ein biophysikalisches Modell und ein polynomisches Modell zur Datenanalyse der Temperatur und der Embryonalentwicklung bei der Neuguinea-Weichschildkröte (Carettochelys insculpta) aus Nord-Australien. Das Kurven-Linear-Modell, welches mit Erfolg in der Insektenentwicklung angewandt wurde, beschreibt die Embryonalentwicklung der Schildkröten am besten. Wenn sich die schwankende Temperatur über die konstante Temperatur, welche eine erfolgreiche Inkubation unterstützt, hinweg ausdehnt, so ist das Kurven-Linear-Modell weiterhin für die Durchführung geeignet, wohingegen eine rein lineare Modell-Vorhersage scheitert. Empfindlichkeitsanalysen zeigen, dass die Inkubationsdauer wahrscheinlich unter bestimmten Umständen durch den Temperatur-Schwankungs-Rhythmus ansteigt, was unabhängig von der Durchschnittstemperatur ist. Unter wieder anderen Umständen kann die Inkubationsdauer sogar sinken, und unter wiederum anderen Umständen hat der Temperatur-Schwankungs-Rhythmus keinen Einfluss auf die Inkubationsdauer. Diese Erkenntnis zeigt eine neue Möglichkeit (Dimension), wie thermische Faktoren von Reptilien ausgewählt oder manipuliert werden können, um die Inkubationsdauer und das Timing des Schlupfs zu optimieren.

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