Fridgen, C., L. Finnegan, C. Reaume, J. Cebek, J. Trottier & P. J. Wilson (2013): Conservation Genetics of Wood turtle (Glyptemys insculpta) Populations in Ontario, Canada. – Herpetological Conservation and Biology 8(2): 351−358.

Die Erhaltungsgenetik der Waldbachschildkrötenpopulationen (Glyptemys insculpta) in Ontario, Kanada.

DOI: None

Waldbachschildkröte, Glyptemys insculpta - © Hans-Jürgen Bidmon
Waldbachschildkröte, Glyptemys insculpta,
Jungtiere in Freilandanlage
© Hans-Jürgen Bidmon

Isolierte und periphere Populationen von rückläufigen Arten stehen zunehmend im Fokus von Erhaltungsbemühungen. Unter der Anwendung von fünf polymorpen Mikrosatellitenmarkern untersuchten wir die altersspezifische und verbreitungsspezifische genetische Struktur für die Waldbachschildkröten (Glyptemys insculpta) in Ontario. Wir fanden bezüglich der genetischen Struktur signifikante Unterschiede zwischen den Populationen (fst 0.12–0.22; d 0.204–0.392). Die Bayesian-Clusteranalyse ergab zwei abgegrenzte genetische Cluster die die nördlichen Populationen von allen anderen klar separierten. Wir fanden noch hohe Werte für die genetische Diversität und sehr niedrige Inzuchtkoeffizienten bei drei unser Untersuchungspopulationen (He = 0.65; fis = 0.062), allerdings die südliche Population die die deutlichsten Rückgänge in der Vergangenheit erfahren hat zeigte die niedrigsten Werte für die Heterozygosität und das höchste Ausmaß an Inzucht (Ho = 0.460; fis = 0.328). Unsere vorläufigen Vergleichsdaten zwischen den Altersgruppen der zentralen Populationen zeigten generell niedrigere aber nicht signifikant (p > 0.3) abweichende Werte für die genetische Diversität bei den jüngsten Altersgruppen. Die genetische Diversität bei diesen jungen Gruppen war vergleichbar zu jener der südlichen Population. Unsere Ergebnisse illustrieren deutlich die Auswirkungen der Populationsisolierung in Bezug auf die genetische Variabilität und Struktur bei Waldbachschildkröten und zeigt wie bedeutend es ist zukünftig unterschiedliche Altersgruppen zu untersuchen um solche genetischen Muster für langlebige Spezies mit langen Generationszeiten aufzuzeigen.

Kommentar von H.-J. Bidmon

Eigentlich handelt es sich dabei um einen nicht gerade optimistisch stimmenden Befund, denn die Studie zeigt klar, dass selbst bei den Jungtieren der noch nicht so stark dezimierten Populationen die genetische Diversität bei den Jungtieren zu sinken beginnt. Eigentlich ein deutlicher Hinweis darauf wie verheerend sich langfristig die Entnahmen und der Verlust an Adulttieren auswirkt, so dass man auch hier schon davon ausgehen kann, dass diese Populationen eine kritische Grenze erreicht haben unterhalb derer ein zukünftiger weiterer Diversitätsverlust sich dramatisch auswirken kann.

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