Forero-Medina, G., G. Cardenas-Arevalo & O. Victoria Castaño-Mora (2011): Abundance, Home Range, and Movement Patterns of the Endemic Species Dahl’s Toad-Headed Turtle (Mesoclemmys dahli) in Cesar, Colombia. – Chelonian Conservation and Biology 10: 228–236.

Häufigkeit, Habitatgröße und Bewegungsmuster für die endemische Dahls Krötenkopfschildkröte, Mesoclemmys dahli in Cesar, Kolumbien.

Populationsüberwachung und die Evaluation der räumlichen Bedürfnisse von Arten sind Grundvoraussetzungen für die Erhaltung wild lebender Populationen, speziell bei endemisch vorkommenden, gefährdeten Spezies. Wir ermittelten anhand von Schildkrötenfängen im Wasser von Februar 2008 bis February 2009 die Vorkommenshäufigkeit für die endemische Art Mesoclemmys dahli in 2 Flüssen in Cesar, Kolumbien. Mit der Fang-Wiederfang-Methode errechneten wir die Fluktuationen in der Vorkommenshäufigkeit während des Jahres, und anhand des Jolly-Seber-Modells nahmen wir eine Abschätzung der Populationsgröße und Besatzdichte vor. Die Erfassung der Homerange (Habitatgröße) und der Bewegungsmuster erfolgten mit der Hochfrequenzradiotelemetrie (VHF). Wir berechneten die Homerange sowohl für das Gesamtjahr als auch getrennt für die Regen- und Trockenzeit. Die Abschätzung der Populationsgröße ergab für beide Bäche während des Jahres schwankende Bestände von 16 (95 % CI, 7–30) bis zu 175 (95 % CI, 32–298) Individuen. Die Dichtebestimmungen reichten von 16 Schildkröten/ha im April, bis zu ungefähr 170 Individuen/ha im Juni, was zeigt, dass diese Bestände kleiner sind, als andere kolumbianische M.-dahli-Populationen. Ebenso liegen die Bestandszahlen im Vergleich zu den Populationsgrößen anderer südamerikanischer Cheliden niedriger. Individuen, die während der Regenzeit gefangen wurden, hatten ein signifikant größeres Körpergewicht als jene, die in der Trockenzeit erfasst wurden, was vermuten lässt, dass größere Individuen den Bach während der Trockenzeit verlassen oder dass die Tiere während dieser Zeit an Gewicht verlieren. Die Homerange für das Gesamtjahr schwankte zwischen 1,6 bis 30,8 Hektar, wenn die Bestimmung nach der Minimum-konvex-Polygon-Methode erfolgte und von 9,2 bis 22,5 Hektar für die Fixed-Kernel-Dichte-Abschätzung. Es ergaben sich keine signifikanten Unterschiede für das Durchschittsbewegungsmuster während Trocken- und Regenzeit. Allerdings wurden die am weitesten reichenden Bewegungen während des Übergangs von der Regen- zur Trockenzeit und innerhalb der Trockenzeit beobachtet. Die Erhaltung von M. dahli wird sowohl vom Schutz der Bäche, in denen sie noch vorkommt, als auch vom Schutz der flussnahen Begleitvegetation in den von den Schildkröten benutzten Arealen abhängen.

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